Aachen - Freunder Weg: Bund verkauft große Brache

Freunder Weg: Bund verkauft große Brache

Von: Heiner Hautermans
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Bietet noch einen trostlosen A
Bietet noch einen trostlosen Anblick: das 25 000 Quadratmeter große Grundstück zwischen Eisenbahnweg (l.) und Freunder Weg. Doch Abhilfe scheint in Sicht. Foto: Ralf Roeger

Aachen. An Brachflächen herrscht in Aachen kein Mangel. Neben den bekannteren, beispielsweise am Kaiserplatz oder an der Beverstraße, gibt es auch einige, die weniger ins Auge fallen, aber ebenfalls ärgerlich sind. Eine davon ist das ehemalige CMC-Gelände zwischen Eisenbahnweg und Freunder Weg, oberhalb der Aachen-Arkaden.

Die Gebäude verfallen seit Jahren, die gesamte Liegenschaft macht einen erbärmlichen Eindruck. Doch Abhilfe scheint jetzt in Sicht. Das Gelände wurde bis 1995 von den belgischen Streitkräften als Depot der Militärhandelsorganisation CMC und bis 2007 vom Zoll genutzt.

Teilweise wurde es danach noch an Firmen weitervermietet, seit einigen Jahren liegt es aber fast völlig brach. Es gehört dem Bund, der die „Entwicklungsfläche in zentraler Lage” nun veräußern will. Die Ausschreibung läuft noch bis zum 27. September.

Betraut damit ist die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben in Köln. Die Anfragen gehen bei Sachbearbeiter Michael Kotthaus ein. Er versichert: „Es gibt viele Interessenten.” Nicht nur aus dem örtlichen Bereich, sondern auch bundesweit zeigten Investoren Interesse. Seit Jahren befinde man sich auch in Gesprächen mit der Stadt Aachen, bei der schließlich die Planungshoheit liege.

Um künftige Entwicklungen nicht einzuengen, habe man keinen fertigen Bebauungsplan entwickelt. Bislang existiert lediglich ein Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan, der ein geordnetes Nebeneinander von Wohn- und Gewerbenutzung möglich machen soll.

Entwickelt wurde so ein grobes Nutzungskonzept, das noch relativ viel Spielraum lässt. Dabei hätten die vorhandenen Lärmbelästigungen durch die nahe Bahnlinie und Geruchsbelästigungen durch die angrenzenden Industriebetriebe Berücksichtigung gefunden: „Das spielt alles eine Rolle.”

Auf dem Gelände befinden sich zwei Stahlbetonsklettbauten aus dem Jahre 1956, die als Kühl- und Lagerhaus genutzt wurden, und ein weiterer Stahlbetonsklettbau aus dem Jahre 1962, in dem der Zoll ansässig war, dazu noch einige Nebengebäude und Garagen.

Als mögliche Folgenutzungen könnte entlang des Freunder Weges die vorhandene Wohnbebauung fortgesetzt werden, im Anschluss daran ist die Ansiedlung nicht störender Gewerbebetriebe denkbar. Der nord-östliche Spitze des Dreieck-Grundstücks sei wegen der Geruchsimmissionen durch die Industriebetriebe nur eingeschränkt nutzbar.

Bodenuntersuchungen haben ergeben, dass das Gelände bis zu 7,3 Meter aufgeschüttet worden ist, punktuell wurden erhöhte Schwermetall- und Mineralölkohlenwasserstoff-Werte festgestellt. All diese Prozesse hätten halt ihre Zeit gebraucht: „Es hat etwas länger gedauert, bis das entwickelt war.”

Ein fester Preis wird im Exposé der Kölner nicht verlangt. „Man weiß nicht, was am Markt gefragt ist.” Interessenten müssten ja auch erst Pläne entwickeln, was sie auf dem Grundstück verwirklichen und welche Erträge sie dort erzielen könnten: „Investoren rechnen rückwärts”, erläutert der Sachbearbeiter für den Verkauf.

Angeboten wird das Areal bereits seit dem Juli. Interessenten können auch mit der Stadt Aachen Kontakt aufnehmen. Richtig konkret würde es in Sachen Verkauf aber erst gegen Ende der Ausschreibungsfrist in knapp vier Wochen.

Bei der Stadt ist man froh, dass der unansehnliche Anblick auf diesem Zwickel im Bereich Rothe Erde in nicht allzu ferner Zukunft der Vergangenheit angehören wird. Stadtsprecher Hans Poth: „Die Stadt Aachen begrüßt, wenn sich da bald etwa tun würde.”
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