Aachen - Freiwilligentag: Wenn der OB Poffertjes backt

Freiwilligentag: Wenn der OB Poffertjes backt

Von: Nadine Preller
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Auf dem Abenteuerspielplatz Kirschbäumchen erneuerten Freiwillige das in die Jahre gekommene Feuerwehrhäuschen samt Rutschstange, das bei den Kindern einen hohen Stellenwert besitzt. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Mit einem Fragezeichen auf der Stirn steht Marcel Philipp vor Teigschüssel und Waffeleisen. „Kann mir jemand erklären, wie das geht”, fragt der Oberbürgermeister lächelnd in die Runde. 16 weitere Mitmachaktionen standen Aachener Bürgern am Samstag zur Auswahl, um ehrenamtliches Engagement zu beweisen.

Dabei waren die Zum zweiten Aachener Freiwilligentag hatte sich Philipp entschieden, Poffertjes in der Bahnhofsmission zu backen, um die kleinen, münzgroßen Pfannkuchen später auf dem Bahnsteig zu verteilen.

Angebote so vielfältig wie außergewöhnlich. Das Grassofa in der Oppenhoffallee beispielsweise bekam eine „Frischzellenkur” verpasst. Sie war arg in Mitleidenschaft gezogen von Frankenberger Vierbeinern, Freiwillige leisteten gemeinsam mit der Gartenarchitektin Ulli Hager erste Hilfe an der grünen Couch. Und während die einen ihr musisches Talent mit Schlagern von einst im Seniorenzentrum Heilig Geist präsentierten, bewaffneten sich andere mit Pinsel und Farbe, um den Keller- und Schlafräumen des Café Plattform einen neuen Anstrich zu verpassen.

Die Notübernachtungsstelle ist für Wohnungslose oft die letzte Aussicht auf einen trockenen und warmen Platz zum Übernachten. Auch Hannah und Ronja vom Einhard-Gymnasium bewiesen hier ihr soziales Engagement. „Unsere Lehrer haben uns auf den Freiwilligentag aufmerksam gemacht”, erzählen die beiden 17-Jährigen.

Nach Sichtung der einzelnen Projekte fiel den beiden die Entscheidung nicht schwer: „Wir malen einfach gerne. Deshalb das Projekt Café Plattform. Und wenn wir nach dem Anstreichen sehen, was wir alles geschafft und dabei noch etwas Gutes getan haben, ist das einfach ein klasse Gefühl.”

Derweil sind auch Marcel Philipp flinke Hände zur Hilfe geeilt, um die niederländische Spezialität nach dem Backen auf dem Bahnsteig zu verteilen - wohlgemerkt sind das alles junge Menschen im Alter von 14 bis 17 Jahren. Der Bürgermeister ist beeindruckt vom Einsatz der zahlreichen Jugendlichen: „Die Motivation zum Ehrenamt ist bei vielen da. Nur leider dringt viel zu wenig an die Öffentlichkeit, wo wirklich Hilfe gebraucht wird.”

So steht für Philipp, der sich in jungen Jahren ebenfalls ehrenamtlich engagiert hat, fest: „Das Thema steht auf der nächsten Agenda. Vereine und Kirchen müssen einfach mehr gestärkt werden, neue ehrenamtliche Plätze zu schaffen und diese auch publik zu machen. Auch der Weg über Schulen ist eine tolle Möglichkeit, auf solche Projekte hinzuweisen.”

Während Philipp in der blauen Weste der Bahnhofsmission auf den Gleisen sein Backwerk an die Fahrgäste bringt und gleichzeitig für die Institution wirbt, ist Elke Dibba-Schreiber von der Mission mehr als glücklich über die Unterstützung: „Wir haben ein großes Defizit an Freiwilligen und Hilfe ist dringend nötig.

Mit 15 festen Ehenamtlern ist das Wochenpensum in der Mission kaum zu meistern, ” bedauert sie. Dabei sei die Einrichtung längst nicht mehr mit der Suppenküche aus alten Zeiten zu vergleichen. „Ob verlorenes Portemonnaie, Fahrplanauskunft oder Hilfe beim Einsteigen mit Rollstuhl - wir sind für jeden da.”

Schon wer vier Stunden in der Woche Zeit habe, könne sich bei der Bahnhofsmission melden. Dibba-Schreiber bringt es auf den Punkt: „Hilfe ist immer gefragt, nicht nur am Freiwilligentag.”
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