Aachen - Freitag, der 13.: Für die Kläseners ein Glückstag

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Freitag, der 13.: Für die Kläseners ein Glückstag

Von: Birgit Küchen
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So verliebt, wie am ersten Tag
So verliebt, wie am ersten Tag: Gretel und Arthur Kläsener haben am Freitag, den 13. Juli 1962, im Aachener Standesamt geheiratet. Zur Goldhochzeit gratuliert auch Amtsleiter Lothar Linden und Oberbürgermeister Marcel Philipp (von links). Foto: Heike Lachmann

Aachen. So mancher Zeitgenosse hat ein mulmiges Gefühl im Bauch, wenn der 13. eines Monats auf einen Freitag fällt. Doch was für die Einen als Unglückstag zählt, ist für die Anderen ein wahrer Glückstag: So auch für das Ehepaar Gretel und Arthur Kläsener, die sich am Freitag, dem 13. Juli 1962 - also am Freitag vor 50 Jahren - vor dem Standesbeamten in Aachen das Ja-Wort gaben.

Genauso wie zwölf weitere Paare. Damals berichteten schon die Aachener Medien von den 13 Hochzeiten am Freitag, dem 13.! Am diesjährigen ominösen Freitag wurde diese Zahl übrigens nur knapp verpasst: „Es trauen sich an diesem Tag nur zwölf Paare”, erzählt Lothar Linden, Leiter des Aachener Standesamtes.

Das Datum hatten sich Gretel und Arthur Kläsener seinerzeit nicht bewusst ausgesucht. „Es wurde einfach Zeit, dass wir heirateten. Wir waren schließlich seit acht Jahren ein Paar und eine Wohnung wollte man uns ohne Trauschein nicht überlassen”, erzählt die 74-Jährige. Das ist nun 50 Jahre her und die beiden zeigen sich am Tag ihrer Goldenen Hochzeit noch genauso verliebt wie am ersten Tag.

„Es ging alles sehr schnell. Damals gab es keine schönen Reden vom Standesbeamten. Es war ein reiner Verwaltungsakt, den wir nur mit unseren Trauzeugen begingen”, erklärt Arthur Kläsener. In aller Stille gaben sie sich das Ja-Wort, denn trotz der langen Testphase, waren die Eltern des Bräutigams der Verbindung gegenüber nicht positiv eingestellt. Als Maschinenbaustudent kurz vor der Diplomarbeit und ohne Arbeitsverhältnis - wie sollte er nur eine Familie ernähren können? Sie war die Alleinverdienerin, hatte sie doch gerade eine Stelle als Buchhalterin bei Trumpf angetreten.

Doch die beiden waren sich sicher. „Meine Frau habe ich bei einem Aufbau-Kurs Französisch an der Volkshochschule in Gladbeck kennengelernt. Da ich als Pennäler mit meinen Französisch-Kenntnissen etwas weiter war als die meisten anderen Teilnehmer, hatte ich - zugegeben - öfter in den Vorlesungen gestört, was die junge, fleißige Dame zu wüsten Beschimpfungen veranlasste. Ein paar Monate später hat sie dann gemerkt, dass der Kerl doch nicht so schlecht war”, sinniert Kläsener und lächelt seine Frau liebevoll an.

„Tatort Standesamt”

Aber wie der Zufall es will: Tag und Datum stimmen heute wie damals überein. So äußerte Familie Kläsener in einem Brief an den Oberbürgermeister Marcel Philipp den Wunsch, den „Tatort Standesamt” noch einmal aufzusuchen. Und der OB kam diesem Wunsch entgegen. Das Goldhochzeitspaar besichtigte nicht nur das modern eingerichtete Standesamt, sondern bekam bei einem feierlichen Sektempfang mit Oberbürgermeister Marcel Philipp und Standesamtsleiter Lothar Linden eine Urkunde und Blumen überreicht.

Nach 50 Jahren Ehe hat es beide wieder in ihre alte Heimat Gladbeck verschlagen. Zu ihrer Familie zählen mittlerweile vier Söhne mit ihren Ehefrauen und neun Enkelkinder. So scheint die Zahl 13 Familie Kläsener zu verfolgen.

Den diesjährigen Freitag, den 13., verbrachten sie übrigens mit einem gemeinsamen Bummel durch die Kaiserstadt und einem zünftigen Sauerbraten-Essen nach rheinischer Art.
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