Freie Wähler bieten dem Ex-Piraten Zusammenarbeit an

Von: Gerald Eimer
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Während den Piraten mit Felix Bosseler ihr einziger Aachener Ratsherr abhanden gekommen ist, hofft Hans-Dieter Schaffrath für die Freien Wähler (FWG) nun auf Verstärkung im Rat.

Aachen. Während den Piraten mit Felix Bosseler ihr einziger Aachener Ratsherr abhanden gekommen ist, hofft Hans-Dieter Schaffrath für die Freien Wähler (FWG) nun auf Verstärkung im Rat. „Ich habe ihm eine Zusammenarbeit angeboten und warte jetzt ab, wie er reagiert“, erklärte Schaffrath auf Anfrage.

Eine Antwort von Bosseler, der wie berichtet am vergangenen Mittwoch per Blog-Eintrag seinen Austritt bei den Piraten mitgeteilt hat, steht noch aus. „Er ist jetzt wohl erstmal auf Tauchstation, geht in sich und denkt nach“, meint Schaffrath.

Tatsächlich gibt sich Bosseler seit seiner im Internet veröffentlichten Erklärung wortkarg. Per Mail teilte er  lediglich mit, dass bis Ende der Woche Klarheit herrschen solle, wie es weitergeht: Entweder arbeite er im Rat weiter und bleibe „für die Piraten eine Hilfe“, oder Sait Başkaya übernehme als Nachrücker der Liste von 2009 Bosselers Platz. Başkaya soll sich aber längst im Ruhrgebiet aufhalten.

An weiteren Spekulationen beteilige er sich nicht, schreibt Bosseler. Und auch die Piraten bleiben zurückhaltend. In einer ersten Stellungnahme haben sie sich vergangene Woche zwar überrascht über den Schritt Bosselers gezeigt, ihm aber zugleich „für seine Zeit und seine Hingabe“ gedankt, mit der er in den vergangenen dreieinhalb Jahren für die Piraten gearbeitet habe. „Wir hegen keinen Groll“, sagt Marc Teuku vom Piraten-„Presseteam“.

Dabei hätten sie doch allen Grund, dem Abtrünnigen zu zürnen, nimmt er den einstigen Senkrechtstartern in der jüngeren Parteiengeschichte doch einen Sitz in einem Kommunalparlament. Bosseler hatte das Mandat erst Ende 2011 von Thomas Gerger übernommen, der 2009 überraschend über die Liste den Einzug in den Rat schaffte.

Teuku vertraut derzeit auf Bosselers Zusage, als Parteiloser im Sinne der Piraten weiterzuarbeiten. „Uns geht es um die Inhalte und nicht darum, dass ein Piratenfähnchen auf dem Tisch steht.“ Einen Übertritt zur FWG hält Teuku für unwahrscheinlich. „Das würde mich persönlich überraschen.“

So bleibt es beim großen Rätselraten, wie Bosseler sich seine weitere politische Arbeit vorstellt und ob er an der morgigen Ratssitzung teilnimmt. Schaffraths Freie Wähler würden ihn mit Handkuss aufnehmen. „Ich halte ihn für einen sehr vernünftigen jungen Mann“, sagt Schaffrath. „Wir sind in vielen Sachfragen einer Meinung. Ich denke, wir könnten gemeinsam agieren.“

Die FWG wäre damit zugleich ihrem Ziel einen Schritt näher, Fraktionsstärke zu erlangen. Ganz aussichtslos scheint das nicht zu sein, da sich bereits vor gut einem Jahr mehrere unzufriedene CDU-Ratsmitglieder an Schaffrath gewandt und mit ihm über einen Wechsel gesprochen haben sollen. „Vielleicht kommt ja noch einer von ihnen“, sagt Schaffrath auch jetzt wieder.

Nicht zuletzt in der Auseinandersetzung um die Campusbahn zeigt sich, dass nicht alle CDU-Mitglieder mit der Fraktionslinie und der Zusammenarbeit mit den Grünen einverstanden sind. Laut Schaffrath würden einige nur noch den richtigen Anlass abwarten, „bis sie ihr Köfferchen packen“.

Knapp 100.000 Euro jährlich

Sollte die FWG tatsächlich noch in dieser Ratsperiode Fraktionsstatus erlangen, würden sich ihre Arbeitsbedingungen mit einem Schlag deutlich verbessern: mit eigenen Büroräumen, Geschäftsführung und Sekretariat. Für Personal- und Sachkosten müsste die Stadt knapp 100.000 Euro jährlich aufbringen.

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