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Frauen und Rente: Der Altersarmut den „Stinkefinger“ zeigen

Von: Martina Stöhr
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Stellten die Ausstellung in der Volkshochschule vor: von links Doris Ott, Sebastian Reinhold, Paula Zuiderduin und Lena Scheeren vom Berufskolleg, VHS-Chefin Beate Blüggel sowie Stefanie Müller und Roswitha Damen vom städtischen Gleichstellungsbüro. Foto: Harald Krömer

Aachen. „Altersarmut? Nein danke“, steht auf dem großen Plakat. Dazu zeigt eine ältere Dame mit Hut den „Stinkefinger“. Gleich daneben hängt das Pendant mit einem grauhaarigen Herrn. „Das kommt witzig rüber und bringt die Sache auf den Punkt“, meint Doris Ott, Berufskolleg für Gestaltung und Technik.

Gemeinsam mit etwa 75 Schülern und Schülerinnen hat sie ein halbes Jahr an der Aufgabe gearbeitet, unter der Vorgabe „Alt, reich und glücklich?“ eine Ausstellung zum Thema Frauen und Rente zu entwerfen. Mit dem Ergebnis ist Roswitha Damen, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Aachen, mehr als zufrieden. „Ich bin begeistert“, sagt sie. Sie hatte die Ausstellung für die Stadt in Auftrag gegeben.

Das Thema Altersvorsorge hatten die Schüler laut eigenen Angaben zunächst einmal gar nicht auf dem Schirm. Doch je mehr sie sich damit auseinandersetzten, umso klarer wurde ihnen, wie wichtig es ist. „Irgendwann hat es Klick gemacht“, meint Paula Zuiderduin (17). Sie und ihre Mitschüler hätten begriffen, dass man das Thema Altersvorsorge nicht außer Acht lassen kann. „Wir müssen erkennen, dass es ein ganz großes Problem ist, das der Einzelne nicht für sich allein lösen kann“, ergänzt Lena Scheeren (18) und fordert Änderungen im Rentensystem.

In der Ausstellung behandeln die Schüler und Schülerinnen das Thema Altersarmut mit wohltuender Leichtigkeit. Sie entwarfen Plakate, Postkarten sowie Comics und drehten zwei Filme, in denen sie unter anderem Betroffene interviewten. Kein Zweifel, dass die Ausstellung wachrüttelt. Eine Fotografie zeigt eine junge Bettlerin mit Zigarette und Weinflasche, und darüber steht der Satz: „Hab‘ keine Arbeit, bitte um Spende.“ Neben ihr sitzt eine alte Frau mit Gehstock und darüber diesmal der Satz: „45 Jahre gearbeitet, bitte um eine Spende“.

Dass Altersarmut gerade für Frauen ein Thema ist, haben die Schülerinnen schnell begriffen, und entwarfen entsprechend viele Szenarien mit den Folgen. Und dass die Oma ihr Taschengeld vom Enkel bekommt, ist dabei nur eine Szene. Eine große Rolle spielt auch das Motiv des „Flaschensammelns“, um die schmale Rente aufzubessern. Außerdem bieten die Schüler jede Menge Informationen zur Rente.

Eröffnung am Dienstag

Offiziell wird die Ausstellung am Dienstag, 17. Januar, um 16 Uhr im Forum der Volkshochschule (VHS), Peterstraße 21-25, durch Oberbürgermeister Marcel Philipp und die Schüler und Schülerinnen eröffnet. An diesem Tag werden auch die Filme gezeigt, ebenso am Tag der Finissage, Sonntag, 29. Januar, ab 15 Uhr.

Die Wanderausstellung kann im Anschluss auch von Schulen und interessierten Institutionen aus Aachen und der Städteregion ausgeliehen werden. Eine erste Anfrage aus Eschweiler gibt es laut Roswitha Damen schon.

Anfragen zur Ausstellung sind telefonisch unter Telefon 0241/432-7313 oder per E-Mail an gsb@mail.aachen.de möglich.

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