Frauen fordern: Gleiches Geld für gleiche Arbeit

Von: Jule Klieser
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Zum „Equal Pay Day” gibt es auch in Aachen Aktionen für den Abbau von Lohnunterschieden zwischen Männern und Frauen. Die Organisatorinnen vom Frauennetzwerk hoffen auf rege Resonanz. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Der „Equal Pay Day” („Gleichbezahlungstag”) ist meistens an einem Tag im Frühjahr, ungefähr im März. Das Datum wird von Statistikern errechnet und bedeutet: Ab Januar haben Frauen bis zu diesem Tag aufs Jahr gerechnet umsonst gearbeitet - jedenfalls im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen.

So eklatant unterscheiden sich in Deutschland die Löhne und Gehälter allein aufgrund des Geschlechts.

Das bringt viele Menschen auf die Palme, und deshalb rufen sie diesen Tag als Aktionstag aus. Dieses Jahr fällt er auf den 26. März. Das Frauennetzwerk Aachen, in dem 50 Organisationen von politischen Parteien bis zu kirchlichen Einrichtungen zusammenarbeiten, hat sich einiges ausgedacht, um die Öffentlichkeit auf den Missstand aufmerksam zu machen, damit Gleichbezahlung Wirklichkeit wird.

Business and Professional Women (BPW), die SPD-Frauen und andere werden an dem Tag am Holzgraben und in der Elisengalerie mit Infoständen präsent sein. Bereits am Montag, 22. März, 18 Uhr, stellt sich SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles im Eurogress Fragen zur Arbeitsgerechtigkeit.

Im Schnitt 23,2 Prozent weniger

In Deutschland verdienen Frauen im Durchschnitt 23,2 Prozent weniger als Männer. Die im Netzwerk engagierten Frauen möchten dieses Gefälle abschaffen, und sie haben weitergehende Ziele. Mehr Frauen in Führungs- und andere gehobene Positionen zu bringen gehöre ebenso dazu, erklärten einige Vertreterinnen des Netzwerks in einem Pressegespräch.

„Aber allein der Appell mehr Frauen reicht nicht”, meint Roswitha Damen, städtische Gleichstellungsbeauftragte und Vorsitzende des Netzwerks. Deshalb werben die Frauen auch am „Equal Pay Day” weiter für die „Nürnberger Resolution” zur Erhöhung des Frauenanteils in Aufsichtsräten und Führungspositionen und sammeln Unterschriften dafür. In der Resolution wird unter anderem eine gesetzliche Quotenregelung für Führungspositionen gefordert.

Es geht den Frauen außerdem um die unterschiedliche Bewertung von Berufen. „Berufe, die Frauen machen, wie beispielsweise Erzieherin, sind von vornherein niedriger eingestuft”, erläuterte Angelika Quadflieg von der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd).
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