Frau bedroht Polizisten mit Fleischerbeil

Von: lbe/pol
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Mit diesem rostigen Fleischerbeil bedrohte eine 31-jährige Frau in ihrer Wohnung am Mittwochabend gleich mehrere Polizisten. Verletzt wurde bei dem Einsatz niemand. Foto: Polizei

Aachen. Was am Mittwochnachmittag zunächst als normaler Rettungsdiensteinsatz in einer Wohnung an der Horbacher Straße begonnen hat, entpuppte sich schnell als ziemlich gefährliche Situation für alle Beteiligten.

Die hinzugerufenen Polizeibeamten mussten am Ende sogar ihre Waffen zücken, als eine 31-jährige Frau sie in ihrer Wohnung mit einem rostigen Fleischerbeil bedrohte.

Der Rettungsdienst wurde per Notruf bei der Feuerwehr um kurz nach 14 Uhr alarmiert, da die Frau offenbar Blut spuckte. Doch als die Sanitäter dort eintrafen, schubste sie diese „äußerst aggressiv“ aus der Wohnung, wie die Polizei mitteilte. Die Sanitäter riefen die Polizei zur Unterstützung hinzu und drei Streifenwagen waren schnell vor Ort. Die Polizisten behandelte die stark alkoholisierte Frau, die offensichtlich auch noch Tabletten eingenommen hatte, allerdings ähnlich.

Ein Notarzt und eine Mitarbeiterin des Ordnungsamtes der Stadt Aachen, die ebenfalls vor Ort war, veranlassten daraufhin die Einweisung der Frau in eine Psychiatrie. Kurz vor der Abfahrt dorthin schnappte sie sich ein Fleischerbeil und bedrohte die Beamten damit. Da die junge Frau aufgrund ihres Zustandes aggressiv, sprunghaft und unberechenbar war, zogen die Beamten die Schusswaffe.

„Mehrfach forderten die Kollegen die Frau auf, das Beil niederzulegen. Sie stand in Hieb- und Stichweite vor den Kollegen und diese haben deutlich gesagt, dass sie von der Schusswaffe Gebrauch machen werden, wenn sie das Beil nicht niederlegt“, sagt Paul Kemen, ein Sprecher der Polizei Aachen. Einer der Polizeibeamten nutzte dann jedoch eine passende Gelegenheit und setzte Pfefferspray ein. „Daraufhin ließ die Frau das Beil fallen und konnte überwältigt werden“, sagt Kemen. Bei dem Einsatz wurde niemand verletzt.

Nachdem sie im Rettungswagen behandelt wurde, kam sie mit Polizeibegleitung in ein Krankenhaus. Die Frau hat zudem drei kleine Kinder und einen Hund. Ihre Kinder, die während des rund zweistündigen Einsatzes bereits bei Nachbarn untergekommen waren, kamen in die Obhut des Jugendamtes. Der Hund blieb bei den Nachbarn.

Schon mehrere Einsätze dort

In einem solchen Fall verständigt die Polizei das Jugendamt, das gleich hinzukommt. „Die Mitarbeiter machen sich dann vor Ort selbst ein Bild. Und im Hintergrund gibt es Bereitschaftspflegefamilien, die Kinder in solchen Situationen aufnehmen“, sagt Brigitte Drews, Fachbereichsleiterin Kinder, Jugend und Schule der Stadt Aachen. Für einen gewissen Zeitraum bleiben die Kinder bei den speziell ausgebildeten Pflegefamilien, „bis gemeinsam mit den Eltern eine Lösung gefunden wurde“, so Drews weiter. „Für den Fall, dass die Mutter der Unterbringung nicht zustimmt, wird das Familiengericht informiert. Und das Gericht entscheidet dann beispielsweise, ob ein Vormund eingesetzt wird“, sagt Drews.

In Aachen gibt es Bereitschaftspflegefamilien in zweistelliger Höhe und das Jugendamt ist 24 Stunden am Tag erreichbar. „Jetzt beginnt die Arbeit mit der Familie“.

In der Wohnung wurden noch ein Kampfmesser und eine Gaspistole gefunden. Die Gegenstände und das Fleischerbeil wurden von der Polizei sichergestellt.

„Wir gehen davon aus, dass die Frau derzeit noch in der Psychiatrie ist“, sagt Kemen. „Wir sehen bei der Familie dringenden Handlungsbedarf.“ In dieser Wohnung habe es bereits häufiger Einsätze gegeben.

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