Aachen - Französisches Drama: Theater K lädt auf den Salvatorberg ein

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Französisches Drama: Theater K lädt auf den Salvatorberg ein

Von: GRIT SCHORN
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An der Salvatorkirche wird gefeilscht, geheuchelt und verwundet. Jochen Deuticke und Mona Creutzer spielen „In der Einsamkeit der Baumwollfelder“ von Bernard-Marie Koltès. Foto: Heike Lachmann

Aachen. Der berühmte Einakter mit dem tristen Titel „In der Einsamkeit der Baumwollfelder“ von Bernard-Marie Koltès (1948-1989) ist eher ein philosophischer Traktat denn ein Theaterstück. Als eine faszinierende Sprachchoreografie will das Theater K dieses aus dem Rahmen fallendes Psychogramm zweier Menschen in Szene setzen.

Und das an ungewöhnlichen Orten, wie bereits 2013 mit Döblins genial verfremdeter „Ermordung einer Butterblume“. Diesmal „entführt“ das Theater K die Zuschauer auf den Salvatorberg, den „Vorberg“ des Lousbergs in Aachen.

An und in der Salvatorkirche können die Besucher die Begegnung zweier Menschen miterleben, ein Zusammentreffen, das „den geheimen Mangel und die einsame Abhängigkeit des Menschen“ (Theater K) sichtbar macht. Koltès, dessen Todestag sich im April zum 25. Mal jährt, ist einer der bedeutendsten französischen Dramatiker.

„In der Einsamkeit der Baumwollfelder“ wurde 1987 in Nanterre uraufgeführt. Die Begegnung zweier Menschen wirkt nach wie vor visionär und gefährlich. Es wird gefeilscht, geheuchelt und in faszinierenden Redeschlachten bösartig verwundet.

„Sie umkreisen sich wie zwei Raubtiere“ (Theater K). Der Dealer und der Kunde können ebenso ein Reicher und ein Obdachloser sein, ein Freier und sein Objekt der Begierde. Der angestrebte Kontakt „passt wunderbar auf den Salvatorberg mit seiner Kirche“, sagen Mona Creutzer und Jochen Deuticke, die Protagonisten der Aufführung. Der Ort werde „zum Umschlagplatz des Textes“, hier habe das Theater K seinen „abstrakten Raum“ gefunden.

Auch rund um die Salvatorkirche werden die Zuschauer gefordert. Nicht nur in der Kirche, sondern auch außerhalb gibt es viel „Spielraum“.

Bei üblem Wetter findet die gesamt Aufführung in der Kirche statt, wo auch Video- und Fotoinstallationen sowie die Audio-Produktionen von Manfred Leuchter unmittelbar in die „Einsamkeit der Baumwollfelder“ führen. Tipp für die Zuschauer: Die Kirche ist nicht beheizt!

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