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Frankenburg: Umbau zum Kulturzentrum kann beginnen

Von: Martina Rippholz
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Ein Gläschen auf den Vertrags
Ein Gläschen auf den Vertragsabschluss: Das konnten sich Vertreter von Stadt und Verein gestern gönnen. Foto: Harald Krömer

Aachen. Worte des Dankes konnte es am Mittwochmittag in der Burg Frankenberg nicht genug geben. Stadtdirektor Wolfgang Rombey sprach von „hohem bürgerschaftlichem Engagement” und Ingo Klusemann aus dem Vorstand der „Frankenb(u)erger” betonte die „konstruktive Zusammenarbeit”.

Anlass der Freude und des Lobes: Stadt und Verein unterzeichneten den Betreibervertrag für die mittelalterliche Burg an der Bismarckstraße. Damit steht ihrer künftigen Bestimmung nichts mehr im Wege.

In den nächsten zwei Jahren soll aus dem historischen Gebäude ein vielseitig genutztes Bürger- und Kulturzentrum werden. Bereits 2005, zu Gründungszeiten des Frankenberger Vereins, war es eines der Hauptziele, ein solches Zentrum zu schaffen. Jahrelange Planungen und Verhandlungen über Umbau, Nutzung und Kosten folgten. Jetzt, „nach dem verflixten siebten Jahr”, wie Kulturbetriebsleiter Olaf Müller jetzt bemerkte, wird die Idee nun endlich Wirklichkeit.

Zumindest in großen Teilen. Denn eine Bar im Turm der Burg oder eine Bewirtung im Burghof wird es wohl vorerst nicht geben. Für das Erdgeschoss aber steht eine Gastronomie im Plan. Es gebe bereits einen Interessenten aus dem Viertel, verriet Klusemann, mehr wollte er vorerst nicht sagen. Darüber hinaus wird der Turm im Innern für kulturelle Veranstaltungen - Lesungen und Ausstellungen - hergerichtet, im Burghof wird es im Sommer auch weiterhin Open-Air-Aufführungen des Das Da-Theaters geben. Im Dachgeschoss soll in Zukunft ein großer Raum für Feste und Feierlichkeiten zur Verfügung stehen. Sowohl Vereine als auch Privatleute können ihn frühestens Ende 2013 mieten. Ebenso wie neue Tagungsräume im ersten Obergeschoss.

Eine weitere Säule neben Gastronomie, Kultur und Vereinen ist die bürgerschaftliche Nutzung. Die Bürgerstiftung Lebensraum habe sich bereits einen festen Büroraum gesichert, so Klusemann. Aber auch andere hätten bereits großes Interesse signalisiert, zahlreiche Anfragen zur Anmietung von Räumen gebe es ebenfalls.

Die Investition von rund 1,2 Millionen Euro für den gesamten Umbau ist also offenbar gut angelegtes Geld. Die Mittel kommen aus mehreren Töpfen. Den größten Batzen, knapp 800.000 Euro, steuert das Landesprogramm „Initiative ergreifen” bei, weitere 100.000 Euro die Landesstiftung NRW. Der Rest - 217.000 und 84.000 Euro - stemmen Stadt und „Frankenb(u)erger” selbst. Es gibt jedoch eine Lücke: Die 70.000 Euro für die Einrichtung eines behindertengerechten Zugangs - der Treppenlift hatte in der Entscheidungsfindung als kostengünstigere Lösung das Rennen gemacht - fehlen dem Verein bisher. „Wir legen jetzt eine Broschüre auf, mit der wir uns auf die Suche nach Sponsorengeldern machen”, erklärte Christoph Lenssen vom Vorstand. Immerhin ein halbes Jahr haben er und seine Mitstreiter noch Zeit.

Denn erst im Sommer geht es richtig rund an der Burg. Jetzt geht es erst einmal darum, die Arbeiten öffentlich auszuschreiben. Auch dafür ist der Verein verantwortlich. So, wie für den gesamten Betrieb des künftigen Bürger- und Kulturzentrums. Das legt der unterschriebene Vertrag, der auf 20 Jahre mit fünfjährigen Verlängerungsfristen angelegt ist und einen symbolischen Mietbetrag von einem Euro im Monat nennt, fest. Die Verantwortlichkeit der Stadt begrenzt sich damit ab jetzt auf den Bereich „Dach und Fach”, also auf notwendige Sanierungsarbeiten wie an Fassade und Fenstern sowie auf Brandschutzmaßnahmen.

Fertigstellung bis zum Karlsjahr

Mit dieser neuen Aufgabenverteilung zeigten sich die städtischen Vertreter Wolfgang Rombey und Olaf Müller jetzt äußert zufrieden. Müller: „Das Scheiden tut in diesem Fall nicht weh, denn die Burg wird jetzt zu einem Haus von Bürgern für Bürger.”

Alle hoffen nun, dass die veranschlagte Umbauzeit von eineinhalb Jahren eingehalten werden kann. Zum Karlsjahr 2014 hätte die Stadt dann einen weiteren attraktiven Veranstaltungsort, etwa für Vorträge im Rahmen der Karlspreisverleihung.

Tag der offenen Tür am kommenden Sonntag

Nach dem erfolgreichen Abschluss des Betreibervertrags zwischen der Stadt als Vermieter und dem Verein „Frankenb(u)erger” gibt es am kommenden Sonntag, 5. Februar, ab 13 Uhr in der Burg Frankenberg einen Tag der offenen Tür. Interessierte haben dort die Gelegenheit, sich vor dem Umbau die Frankenburg noch mal anzusehen und sich in halbstündigen Führungen über die geplanten Maßnahmen zu informieren. Es gibt Getränke und einen Imbiss.

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