Aachen - Fraktionen wollen Bewegung ins Büchel-Projekt bringen

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Fraktionen wollen Bewegung ins Büchel-Projekt bringen

Von: Sarah-Lena Gombert
Letzte Aktualisierung:
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Am Büchel-Parkhaus soll es endlich weitergehen. Foto: Harald Krömer
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Marc Beus (Linke, von links), Norbert Plum (SPD), Sebastian Breuer (Grüne), Marc Teuku (Piraten) und Alexander Gilson (CDU) wollen, dass es am Büchel-Parkhaus endlich weitergeht. Foto: Harald Krömer

Aachen. Sie wollen ein Zeichen setzen, und das ist ihnen eine sechsstellige Summe wert: Die Stadtratsfraktionen von CDU, SPD, Grüne, Piraten und Linke haben einen gemeinsamen Ratsantrag formuliert. Sie wollen, dass endlich wieder Bewegung in die Entwicklung des Altstadtquartiers Büchel kommt.

Darum soll die Stadt den Hochbauwettbewerb für das Areal des maroden Parkhauses Büchel vorbereiten, durchführen – und auch bezahlen. Bisher war vorgesehen, dass dieser Hochbauwettbewerb durch die Investoren durchgeführt wird.

„Unser Ziel ist es, wieder etwas Dampf in die Entwicklung zu bringen“, sagt Norbert Plum, planungspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion. Ja, das Gesamtprojekt Büchel sei sehr groß und werde auch noch eine ganze Weile in Anspruch nehmen. „Doch am Parkhaus kann am ehesten etwas passieren.“ Es sei der Eindruck entstanden, dass die Arbeit am Projekt zum Erliegen gekommen sei. „Dem wollen wir etwas entgegensetzen.“

Viele Akteure sind involviert

Man sei auch in den vergangenen Monaten und Jahren nicht untätig gewesen, ergänzt Alexander Gilson, planungspolitischer Sprecher der CDU. Die zahlreichen Eingaben von Trägern öffentlicher Belange, die nach der Offenlage des Bebauungsplans eingegangen seien, seien weitgehend abgearbeitet worden. Um weiterzumachen mit der Überplanung des Gebiets, gelte es nun, die vielen verschiedenen Akteure an einen Tisch zu bekommen. „Das sind neben der Stadt und der Politik unter anderem die Investoren und die zahlreichen Grundstücks- und Gebäudeeigentümer am Büchel“, sagt Gilson. Zumindest im Bereich Parkhaus habe man es nur mit einem Eigentümer zu tun.

„Seit ich im Rat der Stadt Aachen sitze, haben wir uns mit dem Nikolausviertel beschäftigt. Aber augenscheinlich ist nur wenig passiert“, sagt Marc Teuku, Sprecher der Piraten-Fraktion. Von dem Hochbauwettbewerb erhoffe man sich einen Domino-Effekt, dass also wieder mehr Bewegung ins Viertel komme.

„Wir von den Grünen freuen uns darüber, dass es innerhalb der Fraktionen so viel Übereinstimmung in diesem Punkt gibt“, sagt Sebastian Breuer, Mitglied der Grünen-Fraktion und des Planungsausschusses. Den Grünen ist das marode Büchel-Parkhaus ein besonderes Dorn im Auge. Sie wollen es lieber früher als später sperren und abreißen und hatten bereits vor Monaten gefordert, dass die Apag, die das Gebäude pachtet, kein Geld mehr in dessen Erhaltung steckt.

„Letztlich geht es bei dem Hochbauwettbewerb darum, Baurecht zu schaffen“, ergänzt Marc Beus, planungspolitischer Sprecher der Linken-Fraktion im Stadtrat. Und sobald Baurecht bestehe, könne es auch losgehen mit dem Abriss des Parkhauses und der Neugestaltung des Viertels. „Und wenn es Eigentümer gibt, die zwar Grundstücke besitzen, aber nicht bauen können oder wollen, können diese ihr Areal natürlich auch verkaufen“, sagt Beus.

Geht es nach dem Plan der Fraktionen, soll der Auslobungstext für den Hochbauwettbewerb in der ersten Sitzung nach der Sommerpause dem Planungsausschuss vorgelegt werden. Bis dahin soll aber die Verwaltung auch die Gespräche mit den Investoren erneut aufnehmen und intensivieren. Noch in diesem Jahr soll dann die Auslobung und Durchführung des Wettbewerbs erfolgen. „Das heißt aber nicht, dass das Parkhaus bereits im nächsten Jahr abgerissen werden kann“, betont Norbert Plum.

Das Vorhaben am Parkhaus, so sind die Vertreter der Fraktionen überzeugt, lässt sich unabhängig von der Entwicklung an der Antoniusstraße vorantreiben. Denn wie genau die Zufahrt zu dem geplanten Laufhaus letztlich aussehen soll, ist noch nicht klar. Sowohl die Polizei als auch einige Investoren hatten sich für eine Verlagerung des Rotlichtviertels ausgesprochen. „Notfalls muss ein Neubau am Parkhaus auch für sich alleine stehen können“, erklärt Marc Beus. Trotzdem wolle man selbstverständlich an der kompletten Überplanung des Viertels festhalten. „Das dauert aber seine Zeit“, sagt Alexander Gilson.

 

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