Aachen - Fotograf und Bluessänger Dieter Kaspari erhält Thouet-Mundartpreis

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Fotograf und Bluessänger Dieter Kaspari erhält Thouet-Mundartpreis

Von: Georg Dünnwald
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Thouet-Preisträger Manfred Savelsberg (l., Manni d‘r Huusmeäster) stellte in einem spontanen Interview auf Öcher Platt den Gästen Dieter Kaspari (Mitte, neben Oberbürgermeister Marcel Philipp) vor. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Knisternde Spannung herrschte im Weißen Saal des Rathauses. Die immer wieder gestellte Frage war: „Weißt du, wer der neue Thouet-Preisträger wird?“ Selbstverständlich wussten es die wenigsten. Denn erst am Schluss der kurzen und knackigen Veranstaltung wird der nächste Thouet-Mundartpreisträger der Stadt Aachen bekanntgegeben.

Exklusiv sind die Einladungen zur Bekanntgabe, viele Geehrte aus den letzten Jahren sind dabei, dazu die Öcher-Platt-Koryphäen, die die Mundart einfach draufhaben. So wie der Musiker und Fotograf Dieter Kaspari, der direkt zu Beginn des Abends zwei Öcher Blues-Leddcher zum Besten gab und sich dabei mit der Gitarre selbst begleitete. Er vernahm vielleicht eine Viertelstunde später, dass er der neue Preisträger wird und er sich am Dienstagabend, 6. Januar, keinesfalls etwas vornehmen sollte.

Denn dann wird Kaspari mit viel Tamtam und großem Aufwand in den Olymp der Öcher Platt-Götter eingeführt. In Aachen hat der Thouet unter den Plattkennern nämlich einen höheren Wert als die in Hollywood vergebene Ehrung mit der Staue eines halbnackten Mannes. Vor rund 750 Gästen wird Kaspari am Dreikönigstag im Krönungssaal des Rathauses geehrt. Der designierte Preisträger zuckte zusammen, als Oliver Thouet, der Vorsitzende des Thouetpreis-Fördervereins, seinen Namen nannte.

Aber Kaspari hatte sich schnell wieder gefangen. Der 66-Jährige gebürtige Öcher ist seit 48 Jahren Musiker, und ist zwölf Jahre lang mit verschiedenen Bands als Profi aufgetreten. Unter den Bands waren Cave Dwellers oder Credo. In Aachen genießt vor allem die Gruppe Truss einen legendären Ruf. Wichtiger sind für Kaspari jedoch die zweieinhalb Jahre „on the road“ mit Champion Jack Dupree und vielen anderen amerikanischen Blueslegenden. Große Tourneen machte er, mit Charles & Morgan als Vorprogramm von Golden Earring und Greenslade.

Oche immer treu geblieben

Dennoch ist der jetzige Werbefotograf immer seinem Oche und auch seiner Sprache treu geblieben, der „Junge aus dem Westviertel“. Jetzt mischt der Fotograf und Blues-Büll mit original Öcher Blues als Sänger, Gitarrist und Mundharmonikaspieler auf bei den „Bluesbüllen“, die früher auch bekannt waren als „blu’ heat“.

Listig sagte Oberbürgermeister Marcel Philipp, der sicherlich über die Person des Preisträgers in spe informiert war: „Und Dieter Kaspari danken wir für die hervorragende musikalische Unterhaltung“, eine Bemerkung, die das noch ahnungslose Publikum mit donnerndem Applaus beantwortete. Dann redete Oliver Thouet, gab den einen oder anderen Tipp ohne auch nur im Geringsten detailliert zu werden, sprach aber von Auslandsreisen und weiten Fahrten und von der Liebe zu Aachen und der Muttersprache.

Dieter Kaspari ist der 30. Preisträger. Für den ersten Preisträger – die Alt-Aachener Bühne, 1985 ausgezeichnet – ließ Sabine Plum die letzten Jahre Revue passieren. Erzählte davon, dass die ersten Preisverleihungen in der Thouet‘schen Werbeagentur stattfanden, dann war die Aula Carolina dran. Und als die zu klein wurde für den Event des Dreikönigstages, war der Krönungssaal dran. „Wohin werden wir bald ziehen?“, war Sabine Plums Frage, die selbstverständlich weiß, dass der große Saal im Aachener Stadthaus am 6. Januar immer pickepackevoll ist.

Dieter Kaspari, der Thouet-Preisträger 2014, zeigte sich überzeugt, dass jeder seinen Blues versteht. Auch wenn er ihn im besten Öcher Platt vorträgt. „Die Leute kennen die Geschichten aus dem Alltag, die Geschichten der kleinen Leute.“ Er hat erst vor kurzem eine neue CD herausgegeben, Titel „De Pau erav.“ Und darauf ist waschechter Blues zu hören, von Dieter Kaspari und mit dem besonderen Timbre in der Stimme.

Jetzt freuen sich die Öcher-Platt-Freunde auf den 6. Januar. Und die Öcher-Blues-Fans bestimmt nicht weniger.

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