Aachen - Fotograf Martin Ratajczak wird 85 Jahre alt

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Fotograf Martin Ratajczak wird 85 Jahre alt

Von: Georg Dünnwald
Letzte Aktualisierung:
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„In Aachen weltberühmt“: Seit 50 Jahren ist Martin Ratajczak mit seiner Kamera für die „Nachrichten“ unterwegs. Heute feiert er zudem seinen 85. Geburtstag.

Aachen. Sein erstes Foto verkaufte Martin Ratajczak vor ziemlich genau 50 Jahren an die „Aachener Nachrichten“. „So ganz genau weiß ich das Datum nicht, aber ich habe es noch vor Augen: Ein Rot-Kreuz-Wagen, der von zwei jungen Männern gefahren wurde, geriet wegen überhöhter Geschwindigkeit ins Schleudern und kam von der Fahrbahn ab.“

Der junge Maler und Lackierer Martin Ratajczak hatte zufällig seine Kamera dabei und schoss mal so eben ein Foto.

Das Bild gefiel dem damaligen „Nachrichten“-Lokalchef Fred Wisten, der beschäftigte den jungen Mann fortan als freien Fotografen. Und der junge Mann schaffte es im Laufe der Zeit, in Aachen „weltberühmt“ zu werden. Jetzt hat er sein Goldenes Jubiläum bei den „Aachener Nachrichten“ und am Samstag wird „d‘r Martin“ auch noch 85 Jahre alt. Für ihn ist das allerdings noch lange kein Grund, seine Kamera zur Seite zu legen.

Ratajczak, den die meisten Öcher wegen der Schwierigkeiten, seinen Namen auszusprechen, „Rataschak“ nennen, ist ein geschätzter Kollege und selbst ein nobles Markenzeichen. Es gibt kaum einen, der den Mann mit der Fotokamera in Aachen nicht kennt. Von den Schützen bis zu den Kleingärtnern, vom Sport über die Kirchen bis zur Politik – kein Verein, keine Institution und keine Persönlichkeit in Aachen, den oder die Martin Ratajczak nicht vor die Kamera geholt hat. Er ist bestens über das lokale Geschehen informiert, ihm ist nie ein Auftrag zu viel, er ist bescheiden, humorvoll, kurz: Er ist ein Profi, der seine Berufung, die Stadt und die Leute darin liebt.

Der im legendären Mariannen-Institut an der Jakobstraße geborene Uröcher verfügt über eine dicke Portion schlitzohrigen und trockenen Humors. Schlagfertig ist er dazu. Ein Beispiel? Als im Aachener Norden ein Haus bei einer Gasexplosion in die Luft flog, wollte er an die Unglücksstelle. Ein Polizist hielt ihn unterwegs an. „Ich muss die Gasuhr ablesen“, rief Ratajczak dem Ordnungshüter zu, der ihn prompt durchließ. Einem 60-jährigen Kollegen, der ihn kürzlich fragte, ob er das Foto zu seinem 100. Geburtstag schießen würde, antwortete Martin Ratajczak: „Ja sicher, aber du hast doch nichts dagegen, wenn ich dann etwas später komme.“ Diesem Kollegen erzählte er vergangene Woche auch von seinem Hühnerauge: „Ich war deswegen beim Optiker, aber der konnte nichts tun.“

Bierchen mit Sohn Herbert

Seit 24 Jahren ist „d‘r Martin, d‘r Herr Rataschak“ im beruflichen Ruhestand. Streichen und lackieren, das tut er nur noch zu Hause. Zurzeit ist seine Küche dran. „Gefeiert wird später“, ist für ihn klar. Am Samstag  wird er allenfalls nach einem Besuch am Grab seiner vor zehn Jahren gestorbenen Ehefrau Sibylle, mit der 51 Jahre lang verheiratet war, mit Sohn Herbert ein Bierchen auf den Geburtstag trinken und Samstagabend ist Martin Ratajczak auf einer Jubilarfeier eines Chors. Diese Feier dokumentiert er mit seiner Kamera.

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