Forum rüstet sich zur Schau des Jahres

Von: gei
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Bereitet die Ausstellung zum 20-jährigen Bestehen vor: Brigitte Franzen, Direktorin des Ludwig-Forums. Foto: Harald Krömer

Aachen. Die Vorschusslorbeeren sind gewaltig, die Vorfreude ist es nicht minder: Die Jubiläumsausstellung „Hyper Real” zum 20-jährigen Bestehen des Ludwig-Forums stößt bei den Kulturpolitikern schon jetzt auf einhellige Begeisterung.

Und damit sie auch die Massen zieht, nickten sie am Dienstag sogleich noch die Idee ab, alle Besucher bis 18 Jahre für lau in die Schau zu lassen. Gleiches gilt für die Ausstellung des Renaissance-Malers Joos van Cleve, die nahezu zeitgleich im Suermondt-Ludwig-Museum gezeigt wird.

Ab 13. März sollen die Massen in die beiden Häuser strömen, so das Kalkül der Kulturverantwortlichen. Beide Schauen werden unter dem Dachnamen „Parallelwelten” auch überregional an Rhein und Ruhr beworben. Für sie wird eigens ein günstiges Kombi-Ticket (10 Euro, Einzelticket 7 Euro) ausgegeben, an den Wochenenden pendelt gar ein Bus zwischen den Häusern an Wilhelmstraße und Jülicher Straße.

Derweil bereitet sich das Ludwig-Forum vor auf „die größte Ausstellung, die das Haus bisher unternommen hat”, wie Direktorin Brigitte Franzen im Kulturausschuss erläuterte. 250 Werke von 100 Künstlern aus der Ära des Fotorealismus hat sie zusammengestellt, die allesamt einen Blick auf die amerikanische Gesellschaft der 70er Jahre eröffnen. Die vorhandenen Wände im Ludwig-Forum würden bei weitem nicht ausreichen, um die Bilder angemessen zu präsentieren - zumal Fotorealisten einen Hang zu großen Formaten hatten.

Und so werden ab Mitte nächster Woche flexible Bauteile angeliefert, die Fläche schaffen und völlig neue Raumeindrücke ermöglichen. Insbesondere die Mulde wird überbaut und von wiederverwendbaren Wänden umzogen. Eine Idee, die insbesondere von der Kulturpolitikerin Sibylle Reuß (SPD) und ihrer Kollegin Margrethe Schmeer (CDU) als „sehr elegante Lösung” gelobt wurde.

Erfolgreich Drittmittel geworben

Als Rückschau und Ausblick auf die eigene Arbeit in einem ist die Ausstellung „Hyper Real” konzipiert, die auf eigene Bestände, aber auch weitere Sammlungen der weltweit verteilten Ludwig-Museen zurückgreift. Zustande kommt sie nur dank der engen Zusammenarbeit mit Häusern in Wien und Budapest sowie durch die Unterstützung mehrerer Stiftungen.

Ob eine derart hochwertige Ausstellung tatsächlich so preisgünstig und für Nicht-Volljährige gar kostenlos angeboten werden muss, ist unter den Politikern durchaus umstritten. „Hohe Qualität hat einen Wert”, gab Ruth Crumbach-Trommler (FDP) zu bedenken, die sich kritisch zur „Umsonst-Mentalität” äußerte.

Letztlich aber überzeugte das Argument von Olaf Müller, Leiter des Kulturbetriebs, dass man den Empfehlungen des Städtetags folge und durch den freien Eintritt bis 18 Jahre auch Gruppen anziehe, die man sonst nicht erreichen könne. Zudem gelte das Motto: „Masse macht Kasse.” Die Erfahrung zeige ferner: Wenn die Eintrittspreise niedrig sind, werden mehr Kataloge und anderes Ausstellungsbeiwerk verkauft.

Beide Ausstellungen sind von März bis Juni zu sehen, erwartet werden jeweils rund 25.000 Besucher.
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