„Forelle Stanley“: Ein Stück, das mehr als eine Frage aufwirft

Von: Martina Stöhr
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Marion König und Jutta Steinbusch spielen die Schwestern Sugar und Grace in dem Stück „Forelle Stanley“ der kanadischen Autorin Claudia Dey im Theater 99. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Sugar steht auf einem Stuhl und will sich erhängen. Der Vagabund Forelle Stanley kommt dazwischen und verwickelt sie in ein Gespräch. Die beiden verlieben sich und bringen damit das geordnete Leben von Sugar und ihrer Zwillingsschwester Grace irgendwo in einem Nest in den dunklen Wäldern Kanadas ins Wanken.

„Vielleicht lebst du zu wenig für Sugar und zu viel für Grace“, sagt Forelle zu seiner Geliebten. Die beiden Schwestern sind eng verbunden, und ihr Leben ist geprägt von den Schatten der Vergangenheit. „Wir sind im Leben nur vereinzelte Bäume, die darauf warten, dass der Blitz einschlägt“, heißt es wiederholt. Das Unheil liegt wie ein Schatten über den Schwestern.

„Lakonischer Sprachwitz und die schicksalhafte Gegenwart des Unvermeidlichen prägen die Stimmung in diesem Stück der kanadischen Autorin Claudia Dey“, heißt es in der Ankündigung des Stücks „Forelle Stanley“, das das Theater Bohème im Theater 99 auf die Bühne bringt. Es lässt sich nicht so ganz ausmachen was es ist: Krimi, Groteske, Farce oder Drama. Insgesamt kommt es ziemlich schräg daher, und die Frage aus den Zuschauerreihen „Muss man Amerikaner sein, um das zu verstehen?“ verwundert nicht.

Das Drei-Personen-Stück in der Besatzung mit Marion König, Jutta Steinbusch und Stephan Wurfbaum, der gleichzeitig für die Regie verantwortlich ist, wirft mehr als eine Frage auf. Ganz sicher geht es um Lieben und Loslassen und darum, mit der Vergangenheit ins Reine zu kommen.

Die Charaktere sind klar gezeichnet: die selbstbewusste Grace, die eine Müllkippe schmeißt und als Pin-up-Girl den Männern den Kopf verdreht, die häusliche Sugar, die das Haus seit zehn Jahren nicht mehr verlassen hat, und der heimatlose Forelle Stanley, Alkoholiker und Fußfetischist, der den Spuren der Vergangenheit folgt. Zu dritt durchleben sie ein Wechselbad der Gefühle.

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