Aachen - Football-Champions aus Aachen

Football-Champions aus Aachen

Von: Lee Beck
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Von links: Die drei Nachwuchs-
Von links: Die drei Nachwuchs-Footballspieler Benedikt Böhnen, Richard Grooten und Florian Eichhorn. Mit ihrem Verein, den „Köln Falcons”, wurden sie in diesem und im letzten Jahr Deutsche Meister. Für den Leistungssport nehmen die drei aus Aachen einige Strapazen auf sich. Foto: Roeger

Aachen. „Es ist die Liebe zum Spiel und der Zusammenhalt im Team, der uns antreibt. Man kann Football mit keinem anderen Sport vergleichen”, sagt Nachwuchs-Footballspieler Richard Grooten und seine Teamkollegen Florian Eichhorn und Benedikt Böhnen stimmen ihm nickend zu. Dieses Jahr holten die drei Aachener Leistungssportler mit ihrem Team, den „Köln Falcons”, beim Junior Bowl XXXI den Deutschen Meistertitel.

Eigentlich verteidigten sie ihn nur, denn auch im Vorjahr hatten sie schon mit den Falken die Meisterschaft gewonnen. Beim Finalspiel gegen die „Cologne Crocodiles” diesen Monat ging es auch ein bisschen um die Ehre in der Stadt Köln.

„Das Spiel hatte wie immer, von unserer Seite eher verschlafen begonnen”, erklärt Richard. Im ersten Viertel der Spielzeit, auch Quarter genannt, seien sie eher schwach gewesen, sagt Eichhorn. „In der Halbzeit lagen wir noch 10:0 hinten und im zweiten und dritten Quarter holten wir dann auf, gewannen mit 40:13 und holten den Titel”, berichtet er. Für diesen Erfolg und das Hochgefühl des Teamgeists müssen die drei allerdings einiges auf sich nehmen. „Während der Saison fahren wir vier bis fünf Mal nach Köln zum Training und zu Spielen”, so der 19-jährige Richard. Dann seien sie gerne mal von 16.45 bis 22.30 Uhr unterwegs und legen auch jährlich mehr als 50.000 zusätzliche Kilometer mit dem Auto zurück. „Es gehört viel Disziplin dazu”, betont auch Florian. „Man darf nicht einfach beim Training fehlen, denn wir wissen ja, dass die anderen trotzdem hart trainieren”, fügt Benedikt hinzu. Auch verzichten die drei gerne auf Alkohol, denn das werfe einen immer zurück.

Angefangen haben die Sportler ganz unterschiedlich. Während Florian zu erst bei dem American Football Club (AFC) Aachen Vampires spielte, nachdem er keine Lust mehr auf Feldhockey hatte, suchte Benedikt, der anfangs etwas kräftiger war, einen Sport, in dem er auch mit seine Statur ernst genommen würde. „Ich habe 25 Kilogramm abgenommen, seit dem ich angefangen habe Football zu spielen”, sagt er. Richard war schon immer von dem in Deutschland eher unpopulären Sport fasziniert. Da in Aachen damals keine Jugendmannschaft zu Stande kam, wechselten sie nach Köln und nahmen die Strapazen gerne an.

Benedikt und Florian gehen beide noch in die Oberstufe aufs Gymnasium, doch auch hier müssen der 18-Jährige und der 17-Jährige Abstriche machen. „Die Schule muss zurückstecken und wir lernen auch schonmal im Auto nach Köln auf der Rückbank. Wegen der Schule mit dem Sport aufzuhören, dass kommt nicht in Frage”, sagt Benedikt. Auch Florians Vater Christoph Eichhorn findet nur positive Worte: „Das ist ein großartiger Sport, die Strafe wird immer gegen das ganze Team ausgesprochen. Der Zusammenhalt und die Disziplin, sowas ist fürs Leben immer wertvoll und natürlich geht es bei dem Sport auch um persönliche Leistungsentfaltung.” So könnten die Sportler im Verein immer mit dem Headcoach alle Probleme besprechen und Hilfe bekommen. „Gerade in der Seniorenmannschaft sind fast nur Studenten, da gibt es immer jemanden, der einem Helfen kann”, so Richard. Sie seien durch den Sport einfach auch körperlich viel entspannter und psychisch stabiler.

Den dritten Meistertitel im Blick

Trotzdem möchte jetzt ein Jahr Pause machen, „die körperliche Belastung ist schon extrem und es gibt oft Verletzungen”, betont der 19-Jährige. Für ihn ist es außerdem auch das letzte Jahr bei den Jugendspielern gewesen. Benedikt und Florian hingegen planen schon die nächste Saison bei den Falcons. „Es wäre toll, wenn wir noch einmal Meister werden könnten, dann wären wir drei Mal Deutscher Meister in Folge”, so Benedikt. „Und wenn es sich regeln lässt, dann würde ich am liebsten nie mit dem Sport aufhören”, fügt Florian hinzu. Er wünscht sich vor allem, dass American Football in Deutschland populärer wird.
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