Aachen - Förster nehmen Mountainbiker stärker ins Visier

Förster nehmen Mountainbiker stärker ins Visier

Von: Gerald Eimer
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Trendsportler haben zunehmend Spaß am Wald, geraten damit aber auch in Konflikt mit Erholungssuchenden. Foto: Jan Kloke

Aachen. Im Wald geht es offenbar zunehmend wüster zu – diesen Eindruck haben nicht nur viele Spaziergänger, sondern auch die Aachener Förster. „Mit dem gestiegenen Mountainbikeaufkommen und der Erweiterung des Einsatzspektrums dieser Räder steigt der Druck auf den Wald kontinuierlich an“, heißt es in einer jetzt veröffentlichten Stellungnahme der Forstbehörde, in der sie auch auf Konflikte zwischen Fußgängern und Radfahrern im Öcher Bösch eingeht.

Von einer „direkten Häufung“ solcher Konflikte könne aus Sicht der Verwaltung zwar keine Rede sein, heißt es darin. Weil allerdings die Zahl der Radfahrer im Wald insgesamt steigt, würden sich auch die Streitereien häufen. Die wenigsten davon werden allerdings aktenkundig, teilt die Behörde mit. Denn in aller Regel klären dies die Beteiligten untereinander – oder sie gehen sich erbost aus dem Weg. Nicht anders ist es, wenn Reiter, Hundehalter oder Freizeitsportler mit Waldspaziergängern aneinandergeraten.

Gerade im Umfeld des vor einem halben Jahr eröffneten Bikeparks am Dreiländereck sollen sich nun jedoch die Beschwerden häufen, wie SPD-Ratsherr Norbert Plum festgestellt hat. Mehrfach habe er von Beinahe-Zusammenstößen gehört, sagt er. Vor allem bergab würden einige Mountainbiker mit bedenklichen Geschwindigkeiten allzu knapp an Spaziergängern vorbeirasen. Ob ein Zusammenhang zwischen solch gefährlichen Situationen und der neuen Mountainbike-Anlage besteht, wollte er wissen.

Eher nicht, ist die Forstverwaltung überzeugt, die sogar von einer „strukturellen Verbesserung“ durch den Bikepark spricht. Denn die rund 450 Vereinsmitglieder, die die aufwendig angelegten Abfahrtsstrecken nutzen dürfen, würden auf die Einhaltung ihres Verhaltenskodex‘ achten. Der Bikepark würde sogar einen Teil der Querfeldein-Klientel aus dem übrigen Wald fernhalten.

Problematischer sind da schon die nicht organisierten Mountainbiker, „die sich grundsätzlich keinen Regeln unterwerfen wollen“. Hinzu kämen Fahrer aus Belgien und den Niederlanden, die ebenfalls gerne durch den Öcher Bösch brettern und sich offenbar auch nach wie vor abseits vorgegebener Strecken illegale Schneisen und Parcoure bauen.

Dass dies vor allem im westlichen Teil des Stadtwaldes – also im Bereich Dreiländereck und Friedrichwald – zu beobachten ist, liege nicht am Bikepark, sondern an dem für Mountainbiker interessanten Gelände. „Grundsätzlich werden aber auch andere Waldgebiete der Stadt Aachen in Mitleidenschaft gezogen“, hat die Forstbehörde festgestellt.

Wie gegensteuern? Dies ist eine schwierige Frage, auf die auch Norbert Plum bislang keine rechte Antwort hat. Rasende Radrowdys seien ja kaum zu stoppen und zu identifizieren. Über die immer wieder ins Gespräch gebrachten Nummernschilder für Mountainbiker müsste man daher zumindest nochmal nachdenken, meint er. Er sei jedoch ein Gegner von Verboten und appelliere lieber an die Vernunft und hoffe auf mehr Rücksichtnahme der Mountainbiker insgesamt.

Da kommt vielleicht die Aktion recht, die die Forstbehörde für dieses Frühjahr ankündigt. Gemeinsam mit Polizei und Ordnungsamt will sie in den nächsten Wochen verstärkt Präsenz zeigen und ihre Aufklärungsarbeit intensivieren, um die Lage im Wald nicht weiter eskalieren zu lassen.

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