Aachen - Fördergelder sollen auch in das Rehmviertel fließen

Fördergelder sollen auch in das Rehmviertel fließen

Von: Jan Mönch
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Aachen. Fragt man die Mitarbeiter des Arbeitskreises Rehmviertel nach Vorzügen ihres Stadtgebiets, müssen sie nicht lange überlegen.

„Es gibt eine relativ gute Infrastruktur und die Busanbindung ist super. Das Viertel ist innenstadtnah gelegen, aber man kommt auch schnell auf die Autobahn”, zählt Alois Heinrichs auf. „Und an der Jülicher Straße gibt es viele gute Geschäfte.”

Positives, dem viele Missstände gegenüber stehen - derentwegen sich der Arbeitskreis Rehmviertel seit Januar 2004 in regelmäßigen Abständen trifft. Beteiligt sind mittlerweile 31 Institutionen, Projekte und Einrichtungen, von der Kita bis zum Seniorenbeirat, vom Arbeitslosenzentrum bis zum Jugendamt. Überschneidungen zwischen den Arbeitsbereichen erkennen, Absprachen treffen, eine bestmögliche Vernetzung erreichen, das sind laut Maria Pashkova vom Caritas-Verband Ziele des Zusammenschlusses.

„Ein Kind, das bei mir in die Kita geht, geht ein paar Jahre später in die Offene Tür in der Talstraße. Und die Eltern kennt man womöglich bei der Gemeinnützigen Wohngesellschaft”, sagt Silke Bührmann, Leiterin der Integrativen Kita Scheibenstraße.

Nicht doppelt und dreifach

Alois Heinrichs, tätig im Arbeitslosenzentrum Alte Kaplanei St. Elisabeth, ergänzt: „Es macht viel aus, dass wir uns untereinander kennen. Viele Wege müssen so nicht doppelt und dreifach gegangen werden.” Grob abgesteckt hat der Arbeitskreis „sein” Kerngebiet entlang der Verkehrsachsen Adalbertsteinweg, Heinrichsallee und Jülicher Straße. Und zählt in diesem Bereich rund 13000 Aachener. Augenscheinlichste Probleme sind die Ausläufer der Drogenszene am Kaiserplatz, der oftmals marode Wohnraum (Bührmann: „Sanierungsbedürftige Wohnungen sind der Standard.”) sowie eine hohe Arbeitslosenquote.

Häufiger Wechsel

Mit Sorge beobachten Heinrichs und seine Mitstreiter überdies eine zusätzliche Verlagerung von Problemfällen ins Rehmviertel. Wenn etwa ein Hartz-IV-Empfänger gezwungen wird, seine zu teure Wohnung in einem „besseren” Stadtbezirk zu räumen, finde sich die Alternative im passenden Preissegment häufig unweit der Jülicher Straße. Sozial stabilere Familien hingegen zieht es laut Heinrichs in die entgegengesetzte Richtung.

„Wir haben bei uns pausenlos Um- und Abmeldungen, man bekommt keine Kontinuität rein”, bestätigt Maria Keller, Leiterin an der Grundschule Passstraße. Diese Probleme bestätigt der Sozialentwicklungsplan der Stadt. Sie werden sonst meist mit dem Ostviertel in Verbindung gebracht.

Und obwohl das Rehmviertel geographisch betrachtet dazuzählen müsste, tut es dies in der öffentlichen Wahrnehmung nicht. Der Arbeitskreis urteilt: Es fehlt an einer gemeinsamen Identität - und daher bislang auch an Zuwendung.

„Das Ostviertel hat in Sachen Erneuerung lange im Vordergrund gestanden”, sagt Silke Bührmann. Und meint nicht zuletzt die „Stadtteilerneuerung Aachen-Ost”, in deren Rahmen in den vergangenen Jahren rund 10 Millionen Euro an Fördergeldern geflossen sind. Selbiges Programm ist beim Land für das Rehmviertel beantragt - eine Entscheidung wird kommendes Jahr erwartet.
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