Aachen - Flüchtlingen über Tanz und Gesang eine Perspektive geben

Flüchtlingen über Tanz und Gesang eine Perspektive geben

Von: mas
Letzte Aktualisierung:
8351301.jpg
„Spirit of the Suburbs“ heißt das Projekt für junge Flüchtlinge. Am Samstag zeigen sie auf dem Markt, was sie so drauf haben. Foto: Ralf Roeger

Aachen. „Mein Ziel ist es, in allem, was ich tue, gut zu sein“, sagt ein junger Flüchtling. „Das Glück anderer Menschen macht mich glücklich“, sagt ein anderer, der Arzt werden will. Sie kommen aus Ländern wie Afghanistan, Guinea und Eritrea und sind ohne ihre Familien in Aachen gestrandet.

In einem Projekt der Volkshochschule (VHS) Aachen bekamen sie nun Gelegenheit, drei Wochen unter anderem künstlerisch aktiv zu sein. „In einer Kombination von kognitiven und kreativen Elementen lässt es sich besser lernen“, sagt Elvira Kluck, die das Projekt ins Leben gerufen hat. Sie möchte, dass die Flüchtlinge Perspektiven bekommen. Und mit dem Projekt „Spirit of the Suburbs“ scheint das tatsächlich zu gelingen. Das Erlernen der deutschen Sprache ist dabei ein wesentliches Element.

Bei der Abschlussveranstaltung auf dem Markt stellten sich am Samstag die jungen Leute vor. Sie haben in den vergangenen drei Wochen fleißig Deutsch gelernt und präsentieren das stolz. Knapp 40 Dozenten aus unterschiedlichen Bereichen haben sich laut VHS-Leiterin Beate Blüggel um die jungen Leute gekümmert. Neben Deutsch, Englisch und EDV gab es auch Unterricht in Tanz und Musik. Und dabei wurde auch das ein oder andere Talent entdeckt. Eine Gruppe von vier Sängerinnen wird auch in Zukunft zusammenbleiben und auftreten. Auf dem Weltfest an der Schanz und am Tag der Integration wollen die Flüchtlinge das Programm vom Wochenende noch einmal in verkürzter Form präsentieren.

Gefördert wird das Projekt unter anderem vom Ministerium für Bildung und Forschung. Laut Elvira Kluck ist es deutschlandweit das größte Projekt dieser Art. 180 Flüchtlinge haben diesmal teilgenommen, wesentlich mehr als noch im vergangenen Jahr. Und es soll weitergehen. Laut Kluck sind fünf Jahre geplant und bewilligt. „Ich komme nächstes Jahr wieder“, meint ein Flüchtling und zeigt, wie beliebt das Projekt unter den jungen Leuten ist. Daher sucht Elvira Kluck jederzeit ehrenamtliche Helfer, die das Projekt unterstützen wollen.

Eine Aufgabe des Projektes ist es, die Flüchtlinge aus unterschiedlichen Kulturen zusammenzubringen. Unter den Teilnehmern waren zudem rund 30 Analphabeten. Auch hier wird die VHS aktiv. „Kultur macht stark“, sagt Elvira Kluck und sieht in der Mischung das Erfolgsrezept des Projekts begründet.

Die Zuschauer jedenfalls bekamen reichlich Gelegenheit, die Erfolge der jungen Flüchtlinge zu teilen. Und Bürgermeisterin Hilde Scheidt hielt den Markt für den geeigneten Ort, um eine solche Veranstaltung zu feiern – im Herzen der Stadt eben.

Leserkommentare

Leserkommentare (3)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert