Aachen - „Fleischpackung“ macht auf Leid der Tiere aufmerksam

„Fleischpackung“ macht auf Leid der Tiere aufmerksam

Von: Martina Stöhr
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Mit dieser drastischen Aktion am Geldbrunnen macht die neu gegründete Aachener Peta2-Gruppe am Samstag Werbung für eine vegane Lebensweise. Foto: Heike Lachmann

Aachen. „Das sieht aus wie eine Fleischpackung“, sagt Jörn Behrend aus Aachen und schaut zu, wie die jungen Tierschutzaktivisten am Geldbrunnen zwei Frauen auf einer überdimensionierten Platte drapieren. Sie werden mit künstlichem Blut bespritzt und schließlich in Folie verpackt.

„Das ist drastisch und einprägsam“, sagt Behrend. Die Botschaft der Performance ist bei ihm angekommen. Das Streetteam der Tierschutzorganisation Peta2 in Aachen wollte mit der Aktion am Samstagmittag auf das Leid der Tiere in der Massentierhaltung aufmerksam machen. „Tiere bestehen wie wir aus Fleisch, Knochen und Blut“, heißt es in einem Handzettel, den sie an die Passanten verteilten. „Und sie können Leid und Angst empfinden.“ Nichts rechtfertige ihren Verzehr.

„Dass sich junge Menschen für eine solche Sache einsetzen, finde ich toll“, meint Behrend. Ebenso wie viele andere Passanten hatte er einen Moment am Geldbrunnen innegehalten, um die Performance auf sich wirken zu lassen. Er selbst lebe mit deutlich weniger Fleischkonsum als früher, sagt er. Ganz darauf verzichten will er aber nicht. Die Massentierhaltung sieht er dennoch mit kritischen Augen. Offensichtlich haben die Aktivisten seine Sympathie.

Die jungen Leute haben sich erst im August in Aachen zu einer Regionalgruppe der Tierschutzorganisation Peta2 zusammengefunden. Lara Frank hatte die Initiative ergriffen und sich im Internet nach Leuten umgeschaut, die wie sie vegan leben. „Die Resonanz war groß“, sagt sie. Nach einem ersten Kennenlernen überlegten die jungen Leute, mit welchen Aktionen sie gegen den Konsum von Fleisch mobil machen können.

Immer wieder sammeln sie beim Verkauf von veganen Plätzchen und Kuchen Geld, das sie später für Tiere in Not einsetzen. Und an St. Martin wollen sie etwas gegen den Verzehr der Martinsgänse tun. Wer vegan lebt, der verzichtet nicht nur auf den Verzehr von Fleisch und tierischen Produkten, sondern kommt auch ohne Produkte wie Leder oder Wolle aus. Lara Frank hat inzwischen rund 20 junge Leute um sich versammelt. Die meisten sind Studenten. Sie treffen sich regelmäßig, tauschen neben Gedanken auch vegane Rezepte aus. „Das Essen spielt bei uns eine ganz große Rolle“, meint sie. „Und wir sind keine Moralapostel“, fügt sie hinzu. „Wir wollen in erster Linie aufklären.“ Wer sich für vegane Lebensweise und Tierrechte interessiere, sei herzlich willkommen.

Dass die Organisation Peta in den Vereinigten Staaten in die Kritik geraten ist, weil sie Hunde und Katzen tötete, die nicht außerhalb der Tierheime untergebracht werden konnten, betrachtet Lara Frank mit einer gewissen Distanz. Die Organisation in den Vereinigten Staaten und die in Deutschland seien völlig getrennt. In den Vereinigten Staaten sei es Usus, Tiere aus Tierheimen zu töten, die nicht vermittelt werden können. Lara Frank und ihre Mitstreiterin Eva Beutin konzentrieren sich auf die Themen vor Ort. Sie bilden gemeinsam mit rund 20 Aktivisten die neue Jugendgruppe Peta2 in Aachen.

Die Passanten am Elisenbrunnen verfolgten ihre Performance mit Sympathie und Interesse. Jörn Behrend findet sie Aktion klasse. Vegan leben will er aber trotzdem nicht. Und hofft auf Toleranz seitens der Tierschutzaktivisten.

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