Firma „FEG“ in der Jülicher Straße vergrößert sich

Von: Wolfgang Schumacher
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Es wird gebaut: Boris Obolenski und Stefan Schneemelcher (v. l.), daneben Andreas Klinkenberg von Nesseler und Grünzig. Foto: Harald Krömer

Aachen. Die „FEG Textiltechnik“ zieht um von der Jülicher Straße 338a nicht weit weg in einen noch zu erstellenden Neubau am Prager Ring – ein großer Kran ziert bereits das Baugrundstück rechts kurz vor den Gasballons aus Richtung Berliner Ring kommend. „Ja, und?“, wird mancher sagen, weil er die Firma nicht kennt, die hinter dem Kürzel verborgen ist.

Das bezeichnet schlichtweg eine „Forschung- und Entwicklungsgesellschaft“, die sich FEG nennt. Und beim Begriff „Textiltechnik“ gehe es „nicht einfach nur um Klamotten“, wie einer der beiden Chefs, der Geschäftsführer und promovierte Ingenieur Boris Obolenski im Gespräch mit den „Nachrichten“ flott formulierte. Es geht um hoch spezialisierte Medizintechnik, um die Entwicklung und seit einigen Jahren auch um die Produktion textiler Implantate, die beispielsweise bei Leistenbrüchen oder etwa bei Bauch-Hernien benötigt werden.

Die seit 1992 bestehende Firma hat sich einen großen Namen gemacht in diesem Spezialbereich der Medizintechnik, in dem sie heute Weltspitze ist. Ihre Hightech-Produkte mit dem Markenname Dyna Mesh werden dementsprechend auch weltweit von den Operateuren in den Krankenhäusern nachgefragt.

Bereits vor zehn Jahren, 2003, hatten die Gründer Obolenski und Geschäftsführerkollege Stefan Schneemelcher den Innovationspreis des Landes eingeheimst, damals war man höchst stolz auf die Auszeichnung, weil sich das kleine Start-up-Unternehmen aus dem Hochschulbereich mit eigenen Kräften an die Spitze vorgearbeitet hatte. Zur Forschung gehörte dann irgendwann auch die Produktion der textilen Flächenimplantate dazu, eine Produktion, die in klassifizierten „Rein-Räumen“, also Räumen, in denen kein Fitzelchen Staub zu finden ist, erledigt wird.

Am alten FEG-Standort müsse man an vielen verschiedenen Stellen arbeiten, die Wegezeiten für die insgesamt rund 50 Mitarbeiter häufen sich, man will einfach mehr Platz. Diesen Platz soll jetzt die eingesessene Aachener Baufirma Nesseler Grünzig schaffen.

Das Gesamtprojekt wird bis zu 7,5 Millionen Euro verschlingen, eine Summe, die nicht von Pappe ist für ein mittelständisches Unternehmen. „Wir finden zwei Sachen gut“, erklärte Stefan Schneemelcher. Erstens seien sie mit der Stadt über die Grundstücksfrage am Prager Ring einig geworden. Das freue sie, denn sie hätten auch gute Angebote aus der Nachbarschaft, also dem ehemaligen Kreis gehabt.

Man sei gerne in Aachen, obgleich es hier teurer sei als etwa in den neuen Bundesländern.

Spatenstich

Zweitens habe man bei der Bauvergabe bewusst auf ein bewährtes, ansässiges Unternehmen gesetzt, lobten die FEG-Chefs das Know-how der Baufirma. Für sie schilderte Bereichsleiter Andreas Klinkenberg das Vorhaben: „Wir haben hier einen Grund, der dem unter dem Tivoli gleicht. Hier mussten auch Pfähle in den Untergrund gerammt werden.“ Das ist geschehen, so dass seit Mitte letzter Woche ein Kran sichtbar vom Baubeginn zeugt.

Die Feier zum „ersten Spatenstich“ soll im Januar steigen. Das in seiner ganzen Ausdehnung flach gehaltene Gebäude mit einer Grundfläche von rund 6000 Quadratmetern soll nach Plan in einem Jahr bezugsfertig sein. Mit den Nachbarn in der traditionsreichen Carla-Siedlung nebenan habe man bereits gesprochen.

Die FEG hat bis dahin wieder eine Weltneuheit entwickelt. Zum ersten Mal, berichtet Obolenski, sei es gelungen, ein Textilimplantat mit einem bereits eingearbeiteten Loch in der Mitte zu entwickeln. Höre sich nach nichts an, sei aber eine Revolution.

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