Aachen - Finanzielle Rettung: Alemannia nimmt weitere Hürde

Finanzielle Rettung: Alemannia nimmt weitere Hürde

Von: pa/hr
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Alemannia
Der Countdown läuft: Am Mittwoch wird hinter verschlossenen Türen über die Zukunft von Alemannia Aachen entschieden. Im Rathaus berät der Stadtrat in nicht-öffentlicher Sitzung darüber, ob die Stadt Aachen dem finanziell angeschlagenen Zweitligisten bei der dringend benötigten Umschuldung hilft.

Aachen. Der Countdown läuft: Am Mittwoch wird hinter verschlossenen Türen über die Zukunft von Alemannia Aachen entschieden. Im Rathaus berät der Stadtrat in nicht-öffentlicher Sitzung darüber, ob die Stadt Aachen dem finanziell angeschlagenen Zweitligisten bei der dringend benötigten Umschuldung hilft.

Eine große Hürde, die erst in der letzten Wochen aufgestellt wurde, hat der Verein nach Informationen dieser Zeitung kurzfristig aus dem Weg geräumt. Der Verein selbst muss acht Millionen Euro über eigene Geldgeber für das Projekt aufbringen. Davon sind vier Millionen Euro vorgesehen für die Fananleihe, die im nächsten Jahr fällig wird. Die privaten Geldgeber sind nach neueren Gesprächen nun bereit, auf eine vorrangige Absicherung im Grundbuch zu verzichten. Damit wäre eine Forderung aus dem politischen Raum erfüllt: Die Parlamentarier hatten teilweise darauf bestanden, dass die Stadt für ihr Darlehen von 18,5 Millionen Euro entsprechend bevorzugt noch einmal abgesichert wird. Durch den Verzicht der privaten Geldgeber wäre das nun möglich.

Unterdessen kritisierte die Aachener Piratenpartei, dass die Entscheidung über die Gewährung eines städtischen Kredits für die Alemannia im nicht-öffentlichen Teil der Sondersitzung des Rates getroffen werde. Zwar seien der Partei die Gründe dafür bekannt - nämlich, dass Belange dritter Vertragsparteien (private Investoren wie die Aachen-Münchener-Versicherungen) betroffen sind. Aber da auch diesen Unternehmen durch eine positive Entscheidung der Ratsmitglieder geholfen werde, müssten sie es nach Ansicht von Marc Teuku, Mitglied des Arbeitskreises Kommunalpolitik der Piraten, hinnehmen, dass darüber auch öffentlich diskutiert würde.

Felix Bosseler, Ratsherr der Piratenpartei, kündigte an, seine Entscheidung für oder gegen die städtische Kreditgewährung von der Diskussion im Rat abhängig zu machen. „Das ist eine unglaublich schwierige Entscheidung”, sagte er auf Nachfrage der „Nachrichten”. Aus diesem Grund wollen auch die Ratsfraktionen, die am Montagsbend oder erst heute über die Verwaltungsvorlage beraten wollen, die Entscheidung frei geben.

Bosseler vergleicht die Entscheidung, die der Rat zu treffen habe, mit einer Sportwette - „allerdings mit relativ schlechter Quote für die Stadt”. Andererseits kenne er die wichtige Rolle, die die Alemannia als Kulturgut für die Stadt spielt. Enthalten wolle er sich „bei einer so wichtigen Entscheidung” allerdings nicht.

Gespräch heute in Köln

Derweil lässt Stadtkämmerin Annekathrin Grehling mitteilen, dass die Stadt am heutigen Dienstagmittag bei Regierungspräsidentin Gisela Walsken in Köln klären werde, ob die Bezirksregierung der Gründung einer städtischen Gesellschaft, die den Kredit an die Alemannia weiterreichen soll, zustimmen würde.
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