Filmpreis für Aachener Kita Pusteblume

Von: Christiane Krahl
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Ausgezeichnet: Der Kurzfilm der Kita Pusteblume wurde im im Apollo-Kino gezeigt, sehr zur Freude von den Erziehern Elena Hoffmann, Bianca Debeur, Alexander Ortmanns, der Leiterin Gaby Schneider (von links) sowie fünf Kindern aus dem zehnköpfigen Filmteam. Foto: Heike Lachmann

Aachen. „Oh Schreck, Gaby ist weg”, stellen zehn Kinder wie vom Donner gerührt fest. Der Stuhl im Büro von Gaby Schneider, Leiterin der Kindertagesstätte (Kita) Pusteblume, ist leer. Doch wenn die Vorschulkinder die Köpfe zusammenstecken und überlegen, gibt es schnell eine Lösung.

„Ich habe eine Idee, wo wir die Gaby suchen können. Die könnte im Edeka einkaufen sein”, fällt Henri (6) ein - Schnitt.

Der Kurzfilm der Vorschulgruppe in der Kita Pusteblume kommt bei seiner ersten großen Vorstellung im Apollo-Kino bestens beim Publikum an. Die Eltern, Geschwister, Großeltern und viele Kinder aus anderen Aachener Kindergärten und Kindertagesstätten klatschen und bejubeln jede Szene des 15-minütigen Kurzfilms „Oh Schreck, Gaby ist weg” der Vorschulgruppe aus der Kita Pusteblume im Aachener Studentenwerk.

Idee der Kinder

Das Werk der zehn kleinen Filmproduzenten, ihrer drei Erzieher und ihrer Leiterin Gaby Schneider begeistert aber nicht nur ihre Familien und Freunde, sondern auch die „Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur” (GMK) in Bielefeld und das „Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend”. Beide Institutionen haben den Aachener Filmcrew am 27. November deshalb in Bielefeld den bundesweit ausgelobten „Dieter-Baacke-Preis 2010” in der Kategorie „Projekte von und mit Kindern” verliehen. Dieser Preis soll Medienprojekte aus der Bildungs-, Sozial- und Kulturarbeit mit und für Kinder und Jugendliche würdigen und fördern.

Kita-Leiterin Gaby Schneider und ihr Team hatten beim Einreichen ihres Kurzfilms nicht mit der Auszeichnung gerechnet. „Die Idee dazu hatten die Kinder selbst. Sie wollten wissen, warum sich die Bilder im Fernsehen bewegen”, erinnert sie sich. Innerhalb eines halben Jahres bereiteten sich die Mitarbeiter in Schulungen für zum Beispiel Schnitttechnik auf ein Filmprojekt mit der Vorschulgruppe ihrer Kita vor.

Im Juni des vergangenen Jahres begannen die Vorschulkinder zwischen fünf und sechs Jahren ihre ersten Ideen zur Filmhandlung aufzumalen. „Sie haben ein richtiges Storyboard entworfen”, betont Schneider. Danach bekamenalle Kinder eine Einwegkamera in die Hand, um die Bilder in Fotos umzusetzen.

Die zusammengesetzte Foto-Geschichte diente schließlich als Vorbild für ihren ersten eigenen Film, den die Kinder ebenfalls selbst gedreht haben. „Für die Szene am Hangeweiher hat sich ein Kind mit der Kamera in einen Kinderwagen gesetzt und ein anderes hat es beim Filmen geschoben”, erzählt Erzieherin Bianca Debeur begeistert. Sie und ihre Kollegen Elena Hoffmann und Alexander Ortmanns sorgten derweil für den perfekten Schnitt der abgedrehten Szenen und legten dabei sogar Nachtschichten ein.

Die fünfjährige Ilham ist stolz auf den preisgekrönten Film. „Es war toll, dass ich mal was filmen durfte”, sagt sie mit leuchtenden Augen. „Das war sehr spannend”, stimmt ihre Schauspielkollegin Julia (6) zu.

In jeder Filmstunde durfte ein anderes Kind mit der Kamera Szenen filmen, selbst mitspielen oder als Regisseur für den richtigen Ablauf sorgen. Mit Unterstützung ihrer Erzieher filmten sie nach einem halben Jahr Dreharbeiten schließlich die letzte Szene ab, in der Leiterin Gaby Schneider nach einer spannenden Suche endlich wieder auftaucht. Sie hatte sich einfach nur für einen Mittagsschlaf in einen ruhigen Raum der Kita zurückgezogen. Mit einem lauten „Hallo Gaby” wird sie in der Schlussszene von den Kindern freudig begrüßt.

Nach ihrem Erstlingswerk sind die Kinder und das Erzieherteam auf den Geschmack gekommen und wollen noch mehr Projekte mit und über Medienthemen durchführen. Das Preisgeld von 1000 Euro haben Schneider und ihre Kollegen schon in zwei neue digitale Fotokameras mit Videofunktion investiert. Die vorher benutzte Filmkamera hatte nämlich Erzieher Alexander Ortmanns zur Verfügung gestellt.

Nach der gelungenen Vorstellung lud Dirk Reitz, Geschäftsführer des Studentenwerks Aachen, die Filmemacher und alle Gäste zur Feier des Tages auf einen Hotdog in das Foyer des Apollo-Kinos ein.
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