Aachen - Figurentheater zu Ehren von Richard Okon

Figurentheater zu Ehren von Richard Okon

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Puppen spielen Klassiker: „Don Carlos, der Infanterist von Spanien“ wird am 14. April gespielt. Foto: Gingganz-Theater

Aachen. Als Richard Okon an Heiligabend völlig überraschend starb, war das ein Schock für seine Familie und für viele Aachener, die ihn kannten und schätzten. Als Sozialarbeiter und Leiter der Offenen Tür (OT) Josefshaus war Okon bekannt und beliebt, er engagierte sich auf vielfältige Weise vor allen Dingen im und für das Ostviertel.

Bis zuletzt hatte Richard Okon sich mit Figurentheater beschäftigt. Begonnen hatte dieses Interesse 1995, als er gemeinsam mit Josef Mönch die Initiative „Stars ohne Allüren“ ins Leben rief. „Sieben Jahre lang zeigten wir bei unserem jährlichen Festival das Beste, was deutschsprachige Figurentheater zu bieten hatten“, erinnert sich Mönch, der bis zum Schluss mit Okon befreundet war.

„Besonders beliebt waren unsere Erwachsenenstücke. Legendär und unvergessen sind immer noch Aufführungen wie die Marionettenversion der Zauberflöte, die grandiosen, aufwendigen Darbietungen der ,Kleinen Bühne‘ aus Aachens Partnerstadt Naumburg und das tieftraurige Stück ,Es war einmal ein Drache‘ des Tandera-Theaters, das eine wahre Geschichte aus dem Konzentrationslager Ravensbrück erzählt“, sagt Mönch.

23 Jahre nach der Gründung und 16 Jahre nach der letzten Aufführung will Josef Mönch diese Erinnerungen und die „Stars ohne Allüren“ an zwei Abenden noch einmal lebendig werden lassen – zu Ehren von Richard Okon: am Freitag, 13. April, und am Samstag, 14. April, jeweils um 20 Uhr.

Am ersten Abend führt das Gingganz-Theater aus der Nähe von Göttingen „Das Leben geht weiter als man denkt“ auf. In einer kleinen Nachtbar treffen sich jeden Abend die verrücktesten Figuren: gescheiterte Existenzen, Lebenshungrige und Lebenssatte. Man redet und trinkt, man spielt und singt. Es ist eine Revue durch die Höhen und Tiefen des Lebens, Szenen von abgrundtiefer Heiterkeit werden begleitet von live gespielten Chansons von Edith Piaf, Jacques Brel und anderen. Das Stück stammt aus dem aktuellen Repertoire des Gingganz-Theaters. „Es scheint für Richard geschrieben zu sein“, verspricht Josef Mönch.

Am zweiten Abend wird ein Stück aufgeführt, an das sich mancher vielleicht noch von den „Stars ohne Allüren“ erinnern. Es heißt „Don Carlos, der Infanterist von Spanien“ und war Richard Okons Lieblingsstück. Es geht um die Intrigen am spanischen Hof und die ach so schweren Probleme von König Philipp von Spanien. Alles echt – in Holz und Pappe. Witzige Figuren, schmissige Musik und urkomische Dialoge lassen fast jeden Satz zum Brüller werden.

Anmeldung per E-Mail

Die Abende sind für Freunde und Angehörige von Richard Okon ebenso gedacht wie für diejenigen, die sich an die „Stars ohne Allüren“ erinnern können, und ganz allgemein für Freunde der Kunstform Figurentheater. „Unser gemeinsames Wirken für ,Stars ohne Allüren‘ hat uns zusammengeschweißt und zu besten Freunden werden lassen. Den Tränen der Trauer sollen an diesem Abend Tränen des Lachens folgen“, sagt Mönch. In den Jahren 1995 bis 2002 wurden die Figurentheatertage immer in der Barockfabrik veranstaltet. Dort ist eine solche Veranstaltung heute nicht mehr möglich. Die beiden nun vorgesehenen Aufführungen finden im Bürgerzentrum St. Fronleichnam, Schleswigstraße 15, statt. Die Pfarrgemeinde St. Josef und Fronleichnam, Trägerin der Einrichtung und bis zu Richard Okons Tod dessen Arbeitgeber, unterstützt die Veranstaltungen.

Die Teilnahme an den Veranstaltungen am Freitag, 13., und Samstag, 14. April, jeweils 20 Uhr, ist nach Voranmeldung per E-Mail an stars-ohne-allueren@moench-ac.de möglich.

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