Feuerwehr rät: Alles Brennbare weg von Dämmfassaden

Von: Heiner Hautermans
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Ein in Brand gesetzter Müllcontainer griff in der Waldenburgerstraße auf die wärmegedämmte Fassade des Hauses Nr. 12 über. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Sind wärmegedämmte Hausfassaden feuergefährlich? Am 2. Januar stand die Wehr im Driescher Hof wieder vor einer Wand, hinter der sich Styropor entzündet hatte – das preiswerteste Dämmmaterial. Der aus Rohöl gefertigte Kunststoff ist nicht feuerfest, sondern lediglich schwer entflammbar.

Ist die Hitze groß genug, fängt er Feuer und kann wie ein Brandbeschleuniger wirken, starker Rauch breitet sich aus, wissen Fachleute.

An der Waldenburgerstraße ging es gut, der Brand wurde mit viel Wasser gelöscht. Noch in guter Erinnerung ist ein Großfeuer aus 2009, als an der Ecke Trierer Straße/Ecke Clermontstraße eine Fassade fast vollständig in Flammen stand. Die Rauchsäule war kilometerweit zu sehen, der Sachschaden wurde anschließend auf 250.000 Euro geschätzt.

Von den Fassaden selbst geht jedoch nach Ansicht von Georg Schmidt, dem stellvertretenden Feuerwehrchef, keine Gefahr aus. Das Styropor werde schließlich mit Ober- und Unterputz eingeschlossen. Brisant wird es dann, wenn starke Hitze von außen einwirkt. Dann schmilzt der Kunststoff und kann von der Fassade tropfen, der Putz platzt. Im Driescher Hof wurde diese Hitze von einem brennenden Container erzeugt, der von einem geständigen Jugendlichen angezündet worden war, an der Trierer Straße war bei Dacharbeiten ein Feuer ausgebrochen.

„Das Zeug brennt nicht von selbst, auch eine Pechfackel reicht nicht aus“, formuliert es Abteilungsleiter Schmidt. Er rät deshalb dazu, Dinge wie Autos, Wohnwagen, Müllcontainer oder Sperrmüll, die in Brand geraten können und dann große Hitze entwickeln, in einigem Abstand (mindestens zwei Meter) zu platzieren. Auch ein Grill gehöre in solchen Häusern nicht auf den Balkon. Da immer mehr Häuser energiesparend umgerüstet werden, gehören derartige Brände immer häufiger zu den Einsatzszenarios der Brandbekämpfer, die entsprechend gerüstet seien.

Auch Solaranlagen auf den Dächern sind für die Feuerwehren eine potenzielle Gefahrenquelle, weil sie ständig unter Strom stehen und Spannungsüberschlag von mehreren tausend Volt droht. Besonders problematisch sei es, wenn Module unterhalb von Dachfenstern verbaut würden und so der zweite Fluchtweg versperrt werde. Schmidt: „Das passiert immer wieder und sollte tunlichst vermieden werden.“

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