Feuerwehr fand mit Wärmekamera die kleinen Servale

Von: Georg Dünnwald
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Ausgesprochen wohl fühlen sic
Ausgesprochen wohl fühlen sich die kleinen Servalkinder im Euregiozoo. Sie flitzen in der Gegend herum, als ob sie einen Weltrekord im Rennen aufstellen wollte. Foto: Harald Krömer

Aachen. Die bunt gefleckten Katzen flitzen durch das Gehege im Aachener Tierpark, als wollten sie den Savannen-Weltrekord im Rennen aufstellen. Dabei haben ihre Mütter, die Servale Luzi und Lady den wahren Rekord geschafft.

Denn Servale bringen meist nur zwei Junge auf die Welt, die beiden Servaldamen aber gebaren sieben Babys. „Es auch ungewöhnlich, dass in einem so engen Zeitraum beide Servalmütter der Gruppe ihre Nachkommen auf die Welt bringen”, sagt ein stolzer Tierparkchef Wolfram Graf-Rudolf.

Die Servalfrau Lady kam am 10. Juli mit dem Kater Manolo und den Kätzinnen Shakira, Nahla und Zari nieder, ihre Freundin Luzi brachte am 16. Juli das Katerchen Babu und die Mädchen Samira und Joy auf die Welt. „Der Vater der siebenköpfigen Rasselbande ist Prinz”, weiß Graf-Rudolf. Die neugeborenen Tiere verbrachten die ersten Lebenswochen in einer Wurfbox. „Mit zunehmenden Alter wurde sie agiler und begannen ihre Umgebung zu erkunden.”

Vor vier Wochen fuhr den Tierpflegern im Euregiozoo der Schreck in die Glieder. „Vier der sieben Jungen waren plötzlich weg”, erinnert sich der Zoodirektor. „Wir haben alles abgesucht, aber vergeblich, wie haben sie nicht gefunden.” Graf-Rudolf bat die Berufsfeuerwehr um Hilfe. „Die Tiere können sich wahnsinnig gut verstecken, deshalb habe ich die Feuerwehrmänner gebeten, mit der Wärmebildkamera vorbeizukommen.” Die Wehrleute ließen sich nicht zweimal bitten, kamen mit der Spezialkamera und fanden auch drei der kleinen Ausreißer, Nur das vierte blieb verschwunden.

Also entschied Graf-Rudolf, die Mutter des verschwundenen Raubkatzenkindes aus der Wurfbox ins Gehege zu setzen. Dort rief die treu sorgende Mutter nach ihrem Sprössling - und siehe da, die kleine Raubkatze zeigte sich und konnte eingefangen werden. Die vier Kätzchen konnten übrigens entkommen, weil der starke Maschendrahtzaun zu durchlässig für die kleinen Körper war. „Die waren zarter als die anderen Servale, die hier zur Welt gekommen sind. Die Würfe waren ja eigentlich zu groß”, erläutert Graf-Rudolf, der sofort zusätzlich Kükendraht zur weiteren Sicherung einziehen ließ. „Gefahr für Menschen bestand natürlich nicht, dazu waren die Tiere zu klein, ich habe mir Sorgen um die Katzen gemacht. Zum Beispiel, was gewesen wäre, wenn die sich zu den Luchsen gewagt hätten.”

Serval und Savannahs

Immer mehr Tierparkbummler blieben am Donnerstag bei der Vorstellung der kleinen afrikanischen Raubkatzen am Savannen-Gehege stehen, „Guck mal, Mutti, so eine Katze möchte ich auch haben”, rief ein kleiner Junge. Hätte Graf-Rudolf die Bitte gehört, hätte er mit Sicherheit abgeraten. Denn Servale sind Wildtiere. Allerdings, vorher hatte er den Presseleuten erklärt, wie Katzenfreunde an ähnliche Tiere kommen können. Denn eine anerkannte Rassenkatze, die Savannah, ist aus einer Kreuzung zwischen Servalen und Hauskatzen entstanden. „Die kann man sich anschaffen. Allerdings eine Savannah kostet auch eine Kleinigkeit. Dem Zoodirektor ist übrigens bewusst, dass er den siebenköpfigen Nachwuchs nicht halten kann. „Aber bei der Abgabe an andere Zoos wird es keine Probleme geben”, sagt er.
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