Feuer und Flamme für Argentinien

Von: Sarah Sillius
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Noch ist Eva Groten in ihren heimischen vier Wänden. Im Sommer wird sie für ein halbes Jahr nach Argentinien fliegen. Foto: Heike Lachmann

Aachen. „Ich wollte mal etwas ganz anderes machen als die anderen”, sagt Eva und strahlt. Am 18. Juli fliegt die 16-jährige Schülerin nach Argentinien. Ein halbes Jahr lang wird sie in Córdoba bei einer Gastfamilie leben und zur Schule gehen. Während die meisten ihrer Klassenkameraden, die an einem Austausch teilnehmen, die USA oder Kanada bevorzugen, hat Eva ein südamerikanisches Land gewählt.

Auf die Idee kam sie durch eine entfernte Cousine, die ebenfalls in Argentinien war und ihr viel von dem Land erzählt hat. Seitdem ist Eva Feuer und Flamme. Sie liest alles über Argentinien, was sie in die Hände bekommt. „Das Land fasziniert mich einfach, es gibt alles dort, riesige Wasserfälle, Wüsten, Urwald, einfach alles”, schwärmt Eva, während sie im elterlichen Wohnzimmer in Walheim sitzt.

Die 16-Jährige hat viele Interessen und Hobbys: Seit sie ein kleines Kind war, ist Eva in der Pfarre St. Anna aktiv und mittlerweile Betreuerin der Sternsinger. Sie spielt Saxophon im Musikverein Hahn, betreibt Sportakrobatik und ist in ihrer Schule, dem Rhein-Maas-Gymnasium, Patin für Fünftklässler.

Evas sozialer Einsatz hat ihr jetzt sogar das Simón-Bol’var-Stipendium der Organisation „Open Door” eingebracht, mit der sie ohnehin nach Argentinien gehen wollte. Das Stipendium richtet sich an junge Leute wie Eva, die sich in ihrer Freizeit sozial engagieren. Die Organisation übernimmt 1500 Euro der Programmkosten.

Am liebsten ein ganzes Jahr

Auch wenn das im Moment für Eva alles noch „total unreal” ist, bereitet sie sich schon fleißig auf ihre Zeit in Südamerika vor. Weil an ihrem Gymnasium kein Spanisch unterrichtet wird, geht sie an zwei Nachmittagen in der Woche zu einer Sprachschule. Von anderen Jugendlichen, die bereits an dem Programm teilgenommen haben, weiß Eva, dass an den argentinischen Schulen einiges anders läuft.

„Ich bin schon gespannt auf meine Schuluniform”, erzählt die 16-Jährige munter: „Die Schüler werden dort aufgeteilt, die eine Hälfte hat morgens, die andere nachmittags Unterricht. Und bevor der Unterricht beginnt, hält der Schulleiter eine Ansprache und alle singen die Nationalhymne.”

Anfangs mussten sich Evas Eltern an den Gedanken gewöhnen, dass ihre Tochter nach Argentinien geht. Aber nachdem sie sich besser über das Land und die Organisation informiert hatten, standen sie voll und ganz hinter den Plänen. Einen Besuch in Argentinien schließt ihre Mutter, Sylvia Groten, eher aus: „Das ist Evas ganz eigene Geschichte, da wollen wir ihr nicht reinpfuschen.”

In welcher Gastfamilie Eva leben wird, weiß sie noch nicht. In einem Brief hat sie sich der (noch fiktiven) Familie vorgestellt und eine Collage angefertigt - mit Fotos ihrer „familia” und ihrer „amigos”. Letztere, Evas Freunde, sind nicht begeistert davon, sie so lange nicht zu sehen.

Aber die 16-Jährige ist nicht aufzuhalten. Am liebsten würde sie sogar ein ganzes Jahr in Argentinien bleiben. „Das geht leider nicht wegen des Doppeljahrgangs”, erklärt Eva. Denn wenn sie nach einem einjährigen Auslandsaufenthalt Probleme hätte, dem Unterricht zu folgen, müsste sie zwei Stufen zurück gehen.

Damit Eva aber die spanische Sprache nicht gleich wieder verlernt, will sie nach ihrer Heimkehr auf die Viktoriaschule wechseln: „Da kann ich Spanisch als Grundkurs wählen.”
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