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Fernbusse: Stadt prüft Haltestelle am Westbahnhof

Von: Martina Feldhaus
Letzte Aktualisierung:
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Von hier können bald schon Fernbusse nach Köln, Gießen und Kassel starten: Die Sackgasse Kühlwetterstraße am Westbahnhof in der Nähe des Republikplatzes. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Von der Kühlwetterstraße am Westbahnhof könnten schon bald Fernbusse von Aachen in verschiedene Städte der Republik fahren. Die Sackgasse am Ende der Straße und ganz in der Nähe der Gleise ist am Donnerstag im Mobilitätsausschuss zum Wunschstandort erklärt worden – und zwar von allen Fraktionen.

Hier könnte, so die einhellige Meinung, relativ schnell eine zumindest vorübergehende Lösung für den dringend benötigten Haltepunkt in Innenstadtnähe entstehen.

Die Anbindung an ÖPNV und Bahn sei gut, die Stelle liege nah an der Innenstadt und es gebe obendrein genug Platz zum Parken und Wenden, erläuterte ein Mitarbeiter des Dezernats Planung und Umwelt die Argumente für den Standort. Die Idee sei recht spontan aus dem jüngsten Gespräch mit den Unternehmen geboren worden, die Konzessionanträge für Fernbusverbindungen mit Halt in Aachen gestellt haben.

Sie wollen gerne Busse anbieten, die unter anderem nach Düsseldorf, Köln, Gießen, Bonn, Kassel oder Limburg fahren. Doch die bisherige Haltestelle an der Wilmersdorfer Straße kommt für sie nicht in Frage. Der Grund: nicht citynah genug. Vor allem Linien ins europäische Ausland und lediglich ein innerdeutsches Busunternehmen starten derzeit von der Hüls. Die Stadt aber und auch sämtliche Mobilitätspolitiker wollen das Fernbussystem in Aachen stärken.

Die Begründung: Überall boome das Geschäft, wer jetzt nicht die Voraussetzungen schaffe, verliere den Anschluss und die Möglichkeit, für Menschen mit kleinem Geldbeutel günstige und gute Anbindungen innerhalb Deutschlands zu schaffen. Und in dieser Hinsicht lägen die Busse im Vergleich zur Bahn nun mal derzeit deutlich vorne. Gaby Breuer (CDU): „Die Fernbus-Nachfrage ist große. Da muss sich jetzt etwas tun. Und die Kühlwetterstraße erscheint uns derzeit als die machbarste Möglichkeit.“ Das findet auch Peter Blum (FDP): „Die Stelle ist optimal, eine tolle Chance für Aachen.“

Keine Zuschüsse vom Bund

Lediglich die Grünen und die Linken äußerten im Ausschuss ein paar Bedenken. „Man muss sich schon die Frage stellen, ob es unsere Aufgabe ist, für privatwirtschaftliche Unternehme die Infrastruktur zu schaffen“, sagte Achim Ferrari (Grüne). Denn eins ist klar: Die Einrichtung und auch der Unterhalt der Haltestelle am Westbahnhof ginge auf Kosten der Stadt, Zuschüsse gibt‘s weder von Land noch Bund.

Um die Kosten auszugleichen oder zumindest abzumildern, plant die Stadt deshalb möglicherweise Nutzungsentgelte für die neue Haltestelle zu erheben. Das hätten einzelne Städte auch schon umgesetzt, steht in der Vorlage zum Ausschuss. Und so fordern es auch Grüne und Linke. Unter diesem Vorbehalt stimmten sie – ebenso wie CDU, SPD und FDP – dem aktuellen Vorschlag zu und beauftragten so die Verwaltung mit der Prüfung der Haltestelle Kühlwetterstraße. Dabei soll sich jetzt möglichst schnell herausstellen, ob die Sackgasse, in der bis vor einem halben Jahr die Spedition Schenker ihren Sitz hatte, als Fernbus-Standort in Frage kommt.

Aber auch an einer langfristigen Lösung soll nach Willen der Verkehrspolitiker weiterhin gesucht werden. Das könne die Kühlwetterstraße sein, gegebenenfalls aber auch ein anderer Standort. Hauptbahnhof, Bendplatz und Bachstraße sind bei Voruntersuchungen bereits durchgefallen. Von wo Fernbusse nun auf lange Sicht in nahe und ferne deutsche Großstädte fahren können, soll in einer studentischen Masterarbeit erörtert werden. Ihre Ergebnisse liegen frühestens im Frühjahr vor.

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