Feierstunde für Schriftsteller Michael Lentz

Von: Martina Feldhaus
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Sie freuen sich über drei Veranstaltungen mit Michael Lentz: (v.l.) Olaf Müller, Leiter des städtischen Kulturbetriebs, Jürgen Egyptien von der Walter-Hasenclever-Gesellschaft sowie Maria Behre und Ralf Gablik vom Einhard-Gymnasium. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Das Wort „Event” ist Jürgen Egyptien eigentlich zuwider. Wenn der Aachener Literatur-Professor es trotzdem in den Mund nimmt, dann muss es sich schon um eine ganz besondere Veranstaltung handeln. So wie die am Sonntag, 4. November, im Ballsaal des Alten Kurhauses.

Dann wird der mit 20 000 Euro dotierte Walter-Hasenclever-Literaturpreis der Stadt Aachen an den gebürtigen Dürener, Schriftsteller und Literaturprofessor Michael Lentz verliehen.

Und angesichts dieses Preisträgers kommt Egyptien, Vorsitzender der Walter-Hasenclever-Gesellschaft, aus dem Schwärmen kaum noch raus. „Lentz gehört definitiv zu den Top-Ten-Performance-Sprechern in Deutschland. Er rezitiert mit einer unglaublichen Präzision und Geschwindigkeit. Seine Lesungen sind wirklich ,Events.”

Gemeinsam mit Olaf Müller vom städtischen Kulturbetrieb und Jury-Mitglied Maria Behre vom Förderverein des Einhard-Gymnasiums stellte Egyptien am Freitag im Internationalen Zeitungsmuseum das Programm der Preisverleihung vor. So wird Lentz schon einen Tag vorher, am 3. November, anreisen und um 18.30 Uhr im Ludwig-Forum an der Jülicher Straße in bekannter Manier eine Lesung mit Performance präsentieren (Eintritt sieben Euro, ermäßigt fünf Euro).

„Michael Lentz repräsentiert einen ganz neuen Typus des Dichters”, erklärt Maria Behre. Als Lautmaler und Sprachmusiker schaffe er lebendige Veranstaltungen, die einen ganz neuen Zugang zu Sprache und Literatur schaffen. Aus diesem Grund hat das Einhard-Gymnasium - Walter Hasenclever machte dort zu Beginn des 20. Jahrhunderts sein Abitur - bereits im Vorfeld der Preisverleihung ein Schüler-Projekt in Kooperation mit Lentz gestartet. In den vergangenen Wochen haben 18 Oberstufen-Kurse unter dem Lentzschen Motto „Sprich, damit ich dich sehe” verschiedene musikalische, grafische und literarische Beiträge zu Politik oder Kommunikation gestaltet.

Behre: „Die Schüler standen mit Lentz in ständigem Email-Kontakt. Er hat sie gecoached. Damit das, was sie mit ihrem Beitrag sagen möchten, auch Gehör findet.” Jetzt freuen sich die Oberstufenschüler auf das Zusammentreffen mit dem Schriftsteller. Denn am Tag nach der Preisverleihung - am Montag, 5. November, um 10 Uhr - präsentieren sie an zehn kreativen Stationen in der Schulaula an der Robert-Schumann-Straße 4 ihre Beiträge. Und zwar als Sprach- und Klangerlebnis ganz im Sinne des diesjährigen Hasenclever-Preisträgers. Da der Raum begrenzt ist, wird um eine individuelle Anmeldung bei der Schule unter Tel. 0241/67017 gebeten.

Alle anderen, die Lentz, der unter anderem 2001 den Ingeborg-Bachmann-Preis erhielt und der zu diesem Wintersemester die Poetikdozentur an der Goethe-Universität Frankfurt übernommen hat, live erleben möchten, sollten am 4. November um 11 Uhr ins Alte Kurhaus, Komphausbadstraße 19, kommen.

Der Eintritt zur Preisverleihung ist frei, es wird aber um Anmeldung gebeten (Tel. 0241/432-4909). Die Laudatio hält Professor Stephan Porombka, der sich als Literaturwissenschaftler und Kulturjournalist mit Lautkunst, Hörspiel und Performances in der Gegenwartsliteratur beschäftigt.

Der Preisträger Michael Lentz wurde 2007 durch seinen Roman „Pazifik Exil” einem größeren Publikum bekannt. Gerade das Thema dieses Buches - Flucht vor dem Naziregime - verbindet ihn mit dem Namensgeber Walter Hasenclever. Denn der ging selbst nach der Machtübernahme Hitlers 1933 ins französische Exil. 1940 nahm er sich in dem Internierungslager Les Milles bei Aix-en-Provence das Leben.
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