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FDP: Kein Grund zur Aufregung

Von: Alfred Stoffels
Letzte Aktualisierung:
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Kandidiert wieder: Aachens FDP-Vorsitzender Alexander Heyn. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Der politische Gegner ist außer sich, die Koalitionsfreunde von der CDU haben viel zu mäkeln, sogar aus den eigenen Reihen wird FDP-Chef Guido Westerwelle für seine jüngsten Äußerungen kritisiert - bei den Aachener Liberalen ist man angesichts der aktuellen Turbulenzen erkennbar bemüht, den Ball flach zu halten.

Vorsitzender Alexander Heyn, der am kommenden Montag zur Wiederwahl antritt, erklärte am Mittwoch gegenüber den „Nachrichten”: In der Sache gebe es nichts zu bekritteln an den Westerwelle-Darlegungen, über die eine oder andere Formulierung könne man sicherlich reden.

Seit Tagen mischt Westerwelle das Land auf mit seiner Debatte über Sinn und Unsinn staatlicher Lebenshilfe. Für besonderen Unmut sorgte der schöne Satz: „Wer dem Volk anstrengungslosen Wohlstand verspricht, lädt zu spätrömischer Dekadenz ein” - der alte CDU-Kämpe Heiner Geißler nannte ihn daraufhin einen „Esel”.

Für Heyn sind die wütenden Reaktionen nicht so recht nachvollziehbar. „Gelegentlich muss man überziehen, um gehört zu werden”, sagt er, im übrigen stelle es immer eine Gratwanderung dar, wenn man sich „zwischen Diplomatie und Klartext” bewegen müsse. Den bereits geäußerten Vorwurf, Westerwelles Gedankengut sei von dem eines Jörg Haider nicht mehr allzuweit entfernt, weist Heyn vehement zurück, „die beiden sind nicht ansatzweise zu vergleichen”.

Was den Inhalt von Westerwelles aktuellen Reden und Interviews angehe, könne er „uneingeschränkt” zustimmen - es sei nämlich unbedingt zu klären, wie man mit den „Leistungsträgern” umgehe, die eine Volkswirtschaft nach vorne brächten. Sei das vernünftig geregelt, müsse der Staat natürlich jene auffangen, die aus welchen Gründen auch immer nicht in der Lage seien, Leistung zu bringen.

Dass die FDP zurzeit heftige Einbrüche bei Meinungsumfragen erleidet, führt Heyn auf die große Erwartungshaltung zurück, der man in der Kürze der Zeit nicht habe entsprechen können. Misslich sei auch, dass es bei den Regierungspartnern offensichtlich „Erinnerungslücken” gebe hinsichtlich dessen, was im Koalitionsvertrag stehe.

Trotz bundes- und auch landesweiten Schwundes an Zuspruch sieht Heyn die Aachener Partei bestens aufgestellt, er nennt die beiden vergangenen Jahre die erfolgreichsten überhaupt: Im Rat hat man mit sechs Mandaten eine Rekordzahl erreicht, die Parteifreundin Petra Müller sitzt im Bundestag, die Zahl der Mitglieder steigt stetig. Der 46-Jährige, geschäftsführender Gesellschafter einer Werbeagentur, wird denn auch wieder als Vorsitzender für die kommenden zwei Jahre kandidieren.

Weil es seinerzeit mit einer Ampel nicht geklappt hat („wir mussten wegen des Knackpunkts Bildungspolitik aussteigen”), regiert in Aachen Schwarz-Grün. Und? Heyn: „Man muss ihnen Zeit lassen, Akzente zu setzen. Bis jetzt sind noch keine zu sehen.”
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