Aachen - FDP empört sich über Reiner Daams

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FDP empört sich über Reiner Daams

Von: gei
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Aachen. Zwei Wochen vor der geplanten Wahl des neuen Schul- und Kulturdezernenten gibt es für die FDP kein Halten mehr: „Der grüne Amigo-Filz ist in Aachen sichtbar angekommen“, empörte sich die liberale Fraktion am Mittwoch nahezu geschlossen vor der Presse über den von der schwarz-grünen Ratsmehrheit auserkorenen Wunschkandidaten Reiner Daams.

Dessen Wahl sei eindeutig politisch motiviert, das Auswahlverfahren sei eine Farce gewesen, schimpft Fraktionschef Wilhelm Helg. Ein verantwortungsvoller Posten werde in diesem Fall nicht nach Qualifikation und Eignung, sondern einzig nach der politischen Farbenlehre vergeben.

Wie berichtet, soll Daams (52) die Nachfolge von Wolfgang Rombey antreten, der Ende Juni seinen Posten räumt. Daams ist seit 1984 Mitglied bei den Grünen und der Lebenspartner von Schulministerin Sylvia Löhrmann.

Nach Lesart von Helg stünde den Grünen bei gerade mal 14 Mandaten im Rat gar kein zweites Dezernat zu. Dennoch sollen sie künftig die beiden größten Dezernate der Stadt führen – neben dem von Gisela Nacken geleiteten Planungs- und Umweltdezernat nun zusätzlich auch das Schul- und Kulturdezernat.

„Knapp die Hälfte aller städtischen Mitarbeiter sind dann unter grüner Führung“, sagt Helg, dem zugleich die enge Anbindung an Düsseldorf Unbehagen bereitet. Die Lebenspartner von Nacken und Daams – Reiner Priggen und Löhrmann – sind die wichtigsten Führungspersönlichkeiten der Landesgrünen. „Wir wollen hier keine grüne Landeshauptstadt nach Freiburger Vorbild“, sagt Helg unter heftiger Zustimmung seiner Kolleginnen Sigrid Moselage, Gretel Opitz und Ruth Crumbach-Trommler.

Sie alle zweifeln an der Kompetenz von Daams, ja, hätten ihn gar frühzeitig aussortiert. Es habe deutlich bessere Bewerber gegeben, sind sie überzeugt. Jetzt aber werde das für die Stadt „verheerende Signal ausgesendet“, dass in Aachen „alles unter der Treppe geregelt wird“, glaubt Moselage. Weitere „Pleiten, Pech und Pannen“ seien damit programmiert, denn weil die Verwaltung „immer politischer wird“, fehle ihr zunehmend die Fachkompetenz, meint Crumbach-Trommler. Auch Daams habe in seiner kurzen Vorstellung am Montag in den Fraktionen „nicht mit Fachwissen geglänzt“, sondern nur auf seine „guten Kontakte“ verwiesen.

Allseits „Bauchgrummeln“

Das „Bauchgrummeln“ über ihn sei daher in allen Fraktionen deutlich zu spüren, sagt die FDP. So sei die Wahl von Daams auch keineswegs sicher. „Die CDU muss sich jetzt entscheiden, ob ihr die Stadt oder die Mehrheit am Herzen liegt“, sagt Helg, der ohnehin davon überzeugt ist, dass „die CDU am grünen Nasenring durch die Stadt geführt wird“. Sie habe jetzt die Chance, sich wieder als eigenständige Kraft profilieren zu können. Helg setzt damit an einer empfindlichen Stelle der CDU an, die bekanntlich heftig mit sich ringt und von einer einheitlichen Linie weit entfernt ist. „An dieser Frage hängt die Koalition“, weiß auch Helg. Er fragt sich jedoch, ob es wirklich zum Schaden der CDU wäre, wenn sie die Koalition wegen „eines grünen Amigo krachen lassen“ würde.

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