Aachen - FDP beschwört den Teamgeist

FDP beschwört den Teamgeist

Von: Jan Mönch
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Alexander Heyn (Mitte) steht nach wie vor an der Spitze des Kreisvorstandes der FDP. Unterstützt wird er durch (von links) Wihelm Helg, Siegried Moselage, Gretel Opitz und Klaus Vossen. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Die Bestürzung über das anhaltende Mediengewitter war beim Kreisparteitag der FDP deutlich zu spüren. Der Sturm der Entrüstung, den Guido Westerwelle mit seinen Äußerungen zum Thema Sozialleistungen bei Gewerkschaften, Sozialverbänden und nicht zuletzt in weiten Teilen der Medienlandschaft ausgelöst hat, weht der FDP landesweit entgegen.

Dennoch wollen die Aachener Freidemokraten ihren Vorsitzenden und Vizekanzler mit seinen Äußerungen nicht im Regen stehen lassen. Oder besser: mit dem, was er nun tatsächlich habe aussagen wollen.

Während die Stichworte „spätrömische Dekadenz” und „Schneeschippen” keine Erwähnung fanden, stellte Petra Müller fest: „Es geht ihm nicht um 30 Euro Hartz IV mehr oder weniger, es geht ihm um Leistungsgerechtigkeit.”

Die Bundestagsabgeordnete gab allerdings zu, nach Veröffentlichung der ersten Schlagzeilen geschluckt zu haben („Ich dachte: Was macht der denn jetzt?”). Im Eurogress beschwor Müller angesichts der unbequemen Gesamtsituation den Zusammenhalt der Parteifreunde: „Ich weiß, es kostet viel Kraft, die Kritik zu ertragen, sich ihr auszusetzen und zu widersprechen.”

Auch der Kreisverbandsvorsitzende Dr. Alexander Heyn, der im Rahmen des Parteitags mitsamt dem restlichen Vorstand wiedergewählt wurde (Zusatzbox und Kurzinterview), bemühte sich, Westerwelles Standpunkt ins rechte Licht zu rücken. Und rechnete vor, wie viel einem Ledigen der „berüchtigten Steuerklasse 1” von unterstellten 4500 Euro Bruttolohn zum Leben bleibe. Abzüglich sämtlicher Pflichtabgaben wie Lohnsteuer und Rentenversicherung, aber auch Tabak- und Kfz-Steuer nämlich exakt 1193 Euro. „Das ist es, was Guido Westerwelle meint”, glaubt Heyn. Und schlussfolgerte in Anlehnung an eine Formulierung des Chefliberalen: „Ich muss sagen, dass man nach dieser Rechnung auch die Starken vor den Faulen schützen muss.” Leistung müsse wieder ein „Statussymbol” werden.

Zum noch jungen Bündnis von CDU und Grünen in Stadt und Städteregion äußerte sich Heyn kritisch. Der Chef einer Werbeagentur räumte ein, nach der Kommunalwahl mit der Entscheidung gegen eine Koalition auf „Machtoptionen” verzichtet zu haben - worin man sich heute bestätigt fühlen dürfe. Die Grünen setzten sich in den Bezirken für das Rabental ein, stimmten im Rat jedoch für den Campus Melaten, „eine bemerkenswerte Strategie”. Und dass die CDU sich aufgeschlossen gegenüber Stadtbahn, Gesamtschulen und Windrädern zeige, kommt für Heyn einer „Metamorphose” gleich.

„R-Gespräche”

Auf Landesebene attackierte der Liberale die Konservativen ebenfalls harsch. Die Affäre um kostenpflichtige Gesprächszeit mit Ministerpräsident Jürgen Rüttgers („R-Gespräche”) sei „beschämend”. Und der Ankauf der berüchtigten CD mit den Daten von Steuersündern durch den Staat sei ein Unding: „Hehlerware vom Staat ankaufen zu lassen ist falsch.”
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