Aachen - Farbenfrohe Werbung für eine alte Ballade

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Farbenfrohe Werbung für eine alte Ballade

Von: Christiane Husmann
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Klassische Literatur von einer neuen Seite ist derzeit in der Aachener Stadtbibliothek an der Couvenstraße zu erfahren. Die Illustratorin Anja Goossens stellt dort ihre Bilder zur rund 200 Jahre alten Ballade „Der Taucher” von Friedrich Schiller aus.

„Ich finde diese Ballade so gut, dass ich sie auch anderen Menschen näher bringen möchte”, erklärt die Künstlerin und Designerin ihre Idee. Die Illustrationen hatte sie vor rund 14 Jahren als Diplomarbeit an der Aachener Fachhochschule eingereicht.

Leider, so bedauert die Künstlerin, ist die Ballade nicht sehr bekannt, doch das möchte sie mit ihrer Ausstellung ändern. Auf 13 Bildern erzählt die in Aachen lebende Kinderbuch-Illustratorin die Ballade des berühmten deutschen Dichters, in der ein mutiger Taucher im Meer nach einem goldenen Becher suchen muss, den der König zuvor hineinfallen ließ.

Die Texte der einzelnen Strophen hat Goossens in das jeweils passende Bild integriert. „Ich wollte den Text aber nicht eins zu eins wiedergeben, sondern ihn auf einer anderen Ebene darstellen”, erläutert Anja Goossens.

Jedes Detail durchdacht

Ihr ist besonders wichtig, die Dramatik und das gleichzeitig Humorvolle der Ballade wiederzugeben. Dies drückt sie in Gegensätzen aus, die zum Beispiel in Schwarz und Gelb gestalteten Landschaft zu sehen sind, in der sich die bunt illustrierten Figuren der Geschichte bewegen. Die Figuren tragen außerdem symmetrisch gemusterte Kleidung, während ihr Hintergrund unwillkürlich strukturiert ist. Jedes Detail hat die Künstlerin genau durchdacht und geplant. „An zwei Stellen habe ich die Gesichte außerdem leicht verändert”, so Goossens.

Derzeit illustriert die Künstlerin Kindermagazine. Dabei habe sie einen ganz neuen Stil entwickelt, der nicht in ihren Examensbildern zu sehen ist, erklärt sie. Trotzdem wolle sie das Werk nicht in der Schublade lassen, sondern es einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen. Die Mitarbeiter der Stadtbibliothek und Goossens waren sich deshalb schnell einig, die Ausstellung während des Festjahres zum 30-Jährigen Bestehens des Hauses an der Couvenstraße zu zeigen. „Wir möchten möglichst viele Besucher auf die Ausstellung aufmerksam machen”, so Bibliotheksleiter Manfred Savallich.

Wer wissen will, wie die Ballade „Der Taucher” ausgeht, hat noch bis zum 3. Juli Zeit, sich an Stellwänden und Vitrinen im Erdgeschoss der Stadtbibliothek mit der Geschichte vertraut zu machen. In den Balladen-Sammlungen der Bibliothek kann der Text außerdem noch einmal nachgeschlagen werden, und auch Werke der Kinderbuch-Illustratorin Goossens sind in der Kinderbuch-Abteilung zu finden.

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