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Fans setzen Zeichen der Solidarität

Von: tofu, akai, hr
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Sie ist eine von 2000: Die Retter-Shirts waren am Samstag beim Spiel der Alemannia gegen Osnabrück ganz schnell ausverkauft. Ab Dienstag gibt es neue im Fanshop am Tivoli. Fotos (5): Dagmar Meyer-Roeger

Aachen. Exakt 12031 Zuschauer verkündete Stadionsprecher Robert Moonen am Samstag als offizielle Zuschauerzahl des Spiels 1 nach dem Insolvenzantrag der Alemannia. Da sich darunter allerdings sowohl die rund 9000 Dauerkarten, deren Inhaber ganz offensichtlich nicht alle zum Tivoli gekommen waren, als auch die rund 1200 Fans des Gegners aus Osnabrück befanden, hielt sich die quantitative Solidarität mit dem krisengeschüttelten Aachener Drittligisten in überschaubaren Grenzen.

Qualitativ jedoch – und darin waren sich Beobachter, Spieler, Offizielle und sogar Gästetrainer Claus-Dieter Wollitz (siehe Bericht im Sport) einig – war die Unterstützung von den Rängen beim 0:1 gegen den Tabellenführer eindrucksvoll.

„Dass alle Fans angesichts der aktuellen Situation und der erneuten Niederlage nach dem Schlusspfiff aufgestanden sind, um der Mannschaft stehend zu applaudieren, das war Gänsehaut pur“, fasste etwa Alemannia-Sprecher André Schaefer zusammen. Und Trainer René van Eck meinte: „Das Schönste war die Unterstützung der Fans. Die tut der Mannschaft unheimlich gut.“

Der leeren Kasse der Alemannia tat unterdessen die Kampagne „Rettung – mit Dir!“ gut. „Die Kampagne ist sehr gut gelaufen“, sagte André Schaefer. Schon vor dem Anpfiff hätten sich lange Warteschlangen vor dem Fan-Shop gebildet, berichtete der Pressesprecher. „Wir hatten 2000 T-Shirts bedrucken lassen. Die waren am Ende des Tages ebenso wie die 500 Rettungsbuttons restlos ausverkauft“, so Schaefer. Spätestens ab Dienstagmorgen, vielleicht auch schon heute Nachmittag soll es im Fan-Shop am Tivoli neue Shirts geben. Rund zwölf der 20 Euro, die das Shirt kostet, sollen der Alemannia dabei helfen, den Spielbetrieb für den Rest der Saison aufrecht zu erhalten.

Und für viele Alemannia-Fans war es tatsächlich keine Frage, mit diesem Obulus der Alemannia zu helfen. „Ich bin seit fast 50 Jahren Alemannia-Fan und daher ist es für mich eine Selbstverständlichkeit der Alemannia zu helfen und zu meinem Verein zu stehen“, sagte ein altgedienter Fußballfreund aus Eschweiler. Das sahen andere durchaus ähnlich, obwohl auch sie den Kopf schüttelten über die Insolvenz und den damit verbundenen Abstieg.

„Wir lassen den Verein nicht einfach so untergehen“, sagte etwa eine Anhängerin aus Würselen auch stellvertretend für ihren Mann. „Wir stehen zu unserer Alemannia. Ich bin ziemlich sauer auf die Herren da oben, aber nicht auf die Alemannia.“ Und selbst die Hoffnung auf bessere Zeiten ist bei einigen Fans auch noch nicht erloschen: „Ich hoffe, dass das Geld in Zukunft dahin fließt, wo es hingehört“, sagte ein Aachener, der es als seine vaterstädtische Pflicht ansieht, die Alemannia auch in schweren Zeiten zu unterstützen.

Das durften Teile der Karlsbande am Samstag nicht. nach den jüngsten Ausschreitungen vor einer Woche in Pforzheim hatte die Polizei 46 Mitgliedern den Tivolibesuch verboten. Nach Auskunft der Polizei hielten sie sich daran. Und auch sonst blieb es ruhig. „Die Polizei meldet keine besonderen Vorkommnisse“, teilte Sprecher Paul Kemen mit.

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