„Faire Woche” will Bewusstsein schärfen für Produktionsbedingungen

Von: Jule Klieser
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Aachen. Fairer Handel ist ein Instrument für die Verbraucher, Arbeitsbedingungen weltweit positiv zu beeinflussen. Wenn sie Waren mit einem der entsprechenden Gütesiegel kaufen, sorgen sie dafür, dass in den Partnerunternehmen soziale Mindeststandards eingehalten werden.

Bundesweit gibt es zwecks Verbraucher-Information jedes Jahr die „Faire Woche”. Sie wird in Aachen veranstaltet vom „Bündnis Fairhandel(n)”, das sich aus Eine-Welt-Forum, Weltladen, Terre des Hommes und einigen anderen Institutionen zusammensetzt. Vom 15. bis 28. September dauert die „Faire Woche”, und sie steht diesmal unter dem Motto „Doppelt gut! Bio im Fairen Handel!”

Im Mittelpunkt der Aktivitäten stehen zwei Dokumentarfilme, die im Apollo-Kino gezeigt werden und die besonders für Schüler geeignet sind. „China Blue” erzählt von den Arbeiterinnen in der chinesischen Textilindustrie, stellvertretend für viele andere Orte, an denen Frauen oder Jugendliche für wenig Geld unter miserablen Bedingungen an sieben Tagen in der Woche fast rund um die Uhr schuften.

Es gibt ein Bild aus diesem Film, in dem junge Frauen auf einem Berg von Jeans und am Nähmaschinentisch vor Erschöpfung eingeschlafen sind. Sie stehen unter immensem Druck, weil sie ihre Familien ernähren müssen. Oft aber stehen auch die Zwischenhändler oder Fabrikbesitzer unter Druck, weil sie Großaufträge von westlichen Firmen annehmen müssen oder gar keine Aufträge bekommen.

In dem anderen Film, „Leben außer Kontrolle” geht es um Gentechnik. Es wird gezeigt, was in den Firmenlabors geschieht, wie Patente auf Leben erworben werden oder welche Gefahren genmanipulierte Lebensmittel bergen können.

„Wir möchten das Thema in der Bevölkerung bewusster machen, und wir treten konkret in Kontakt mit Händlern wie zum Beispiel Spielwarenläden”, erläuterte Mona Pursey vom Eine-Welt-Forum. Denn bewusste Konsumenten würden sich nicht allein um einen günstigen Preis kümmern, sondern nachfragen: „Wo kommen die Waren her? Wer hat sie hergestellt?”

Armut reduzieren

Vorrangiges Ziele des fairen Handels sei die Reduzierung extremer Armut. So stehe es auch in der Milleniumserklärung der Stadt Aachen. In einem Ratsbeschluss vom April 2007 wurde außerdem festgelegt, dass bei Ausschreibungen soziale Standards berücksichtigt werden müssten. Beispielsweise kaufe die Stadt für Schulen keine Fußbälle, die in Kinderarbeit gefertigt werden. Ansonsten steht für die Organisatoren der Fairen Woche weiterhin die Motivierung von Politikern und Verwaltung für die Sache auf dem Plan. „Da hapert es noch an allen Ecken und Enden”, so Pursey.

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