„Fahrrad fahren schont den Geldbeutel”: 70 Radler demonstrieren

Von: Jule Klieser
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Für eine fahradfreundliche Stadt: Die Demonstration radelte auch am Ludwig Forum vorbei. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Ein ziemlich langer Konvoi, gebildet aus rund 70 Fahrradfahrern, bewegte sich Samstagmittag durch die Stadt. So viele waren dem Aufruf des ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club) gefolgt, um für ihre ureigenen Interessen zu demonstrieren.

Los ging es am Blücherplatz. „Auch wenn in Aachen schon vieles passiert ist, gibt es noch längst nicht optimale Bedingungen für uns Radfahrer”, motivierte Monika Volkmer, Vorsitzende des ADFC, die große Schar der Drahtesel-Besitzer.

Beispiel Fußgängerzone Burtscheid, die für Radler komplett gesperrt ist. „Selbst eine Pilotphase für die Abendstunden ist von der Politik abgelehnt worden”, beklagte Volkmer und ergänzte: „Raser lassen sich von dem Verbot sowieso nicht abschrecken. Vernünftige müssen riesige Umwege fahren. Am Münsterplatz gibt es ja auch keine Probleme!”

Die Einrichtung von Radstreifen am Alleenring zieht sich für die ADFC-Mitstreiter zu lange hin, und einige typische Routen könnten durch eine andere Beschilderung die Durchfahrt für Radler erleichtern. Etwa am Steffensplatz oder an der Einmündung der Robensstraße, wo Fahrradfahrer die großen Ausfallstraßen als Fußgänger überqueren müssen.

Weitere Radstationen gewünscht

Weiterhin wünschen sich die Radfahrer weitere Radstationen an der Schanz, an den Bahnhöfen Rothe Erde und Aachen-West. Vor allem möchten sie die Aufhebung der Fahrradweg-Pflicht an allen Straßen. Nur die blauen Radweg-Schilder erzwingen die Benutzung des Radweges.

Das jedoch sei viel gefährlicher als auf der Straße zu fahren, erklärt Volkmer. Straßeneinmündungen, Ein- und Ausfahrten bergen Risiken für die schwächeren Verkehrsteilnehmer. In erster Linie lohnt es sich aber, für die Luftreinhaltung in die Pedale zu treten.

„Wir fordern von der Stadt ein vernünftiges Mobilitätskonzept”, sagt Volkmer. Nur so könnte man Bürger zum Umsteigen auf Fahrrad und Öffentlichen Personennahverkehr bewegen. „In anderen Städten sind die Innenstädte ganz gesperrt, da geht es ja auch.” Für Aachen stünde es demnächst wieder auf der Kippe, ob die Umweltzone eingerichtet werden muss.

„Wir finden andere Maßnahmen besser”, meint Volkmer. Sie gab ihrer Verärgerung über den Personalrat der RWTH Ausdruck, der die Einführung des Jobtickets an der Hochschule blockiere.

Der Zweirad-Corso vom Blücherplatz über Europaplatz, Jülicher Straße und Elisenbrunnen verlief problemlos. Etliche Ordner des ADFC passten auf, und alle hielten sich auch an die Straßenverkehrsordnung.

Am Markt gab es eine Kundgebung, bei der die Veranstalter nochmals eine bessere Radinfrastruktur forderten. Und schließlich gilt der ADFC-Aufruf für alle, denn „Fahrrad fahren macht einfach Spaß, schont den Geldbeutel und ist umweltfreundlich”.
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