Fahrrad-Autobahn und ein bequemes „Pedelec”

Von: Wolfgang Schumacher
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Radfahren am Templergraben: Wie an einer Perlenschnur aufgereiht treten dort die Studierenden in die Pedale. Foto: Harald Krömer

Aachen. Eine geballte Offensive für bequemeres und sicheres Radfahren kündigen die Grünen an. Mit einer aktuellen Imagekampange wollen sie den schleichend voranschreitenden Ansehensverlust der Pedalisten stoppen. Die Angebote rund ums Rad in dieser Stadt müssen komfortabler werden”, erklärte Grünen-Sprecherin Sabine Göddenhenrich.

Ein guter Ansatzpunkt etwa sei eine kommunikative Idee, die in anderen Kommunen bereits Tradition hat. Dort machen etwa Mitglieder der Gemeindeparlamente plus Bürgerinnen und Bürger eifrig und meist mit großem Spaß beim so genannten „Stadtradeln” mit - ein Wettbewerb, in dem die Teilnehmer „für den Klimaschutz”, wie es in der Ausschreibung heißt, „kräftig in die Pedale” treten. Jetzt wollen sich die Grünen darum kümmern, auch für Aachen ein schlagkräftiges Team zusammenzubekommen.

„Wir haben 1989 mit ersten Plänen für eine radfreundliche Stadt begonnen”, blickt Fraktionsgeschäftsführer Helmut Ludwig zurück. Und das müsse jetzt wieder ideenreich fortgesetzt werden. Ein „Maßnahmeplan Rad” steht beispielsweise auf der Tagesordnung des Verkehrsausschusses am Donnerstag, 17 Uhr, im Verwaltungsgebäude Marschiertor.

Dort sollen die „Radverkehrsanlagen” an noch nicht radfreundlichen Stellen des Grabenrings vervollständigt werden, für immerhin etwa 210.000 Euro. Über die Vorschläge der Verwaltung besteht voraussichtlich Einigkeit unter den Ratspolitikern. Keiner meckert heute, wenn das bestehende 290 Kilometer lange Radwegenetz vernünftig ausgebaut werden soll.

Gute Ideen für die Klimaschützer auf dem Rad gibt es viele. So wies Göddenhenrich auf „kleine, aber feine Verbesserungen” hin, die den Komfort des Radfahrens verbessern. Wie etwa die jetzt an einigen Stellen eingeführte Vorrangfläche an Ampeln, auf denen sich die Radfahrer in die Pole-Position an den Kreuzungen bringen dürfen. Doch die Grünen sind entschlossen, eine neue Stufe der Radinfrastruktur zu zünden.

So setzen sie sich dafür ein, an dem bundesweiten Modellversuch (2009 bis 2012) für neue Fahrradverleihsysteme teilzunehmen. Göddenhenrich zum neuen Geist der Fahrradkultur: „Mit dem Fahrrad zu fahren, das soll nicht länger als Verzicht gelten, sondern als ein Zugewinn empfunden werden.”

Ludwig, der ein bereits funktionierendes Leihsystem mit eigenen Beinen im hektischen Paris ausprobiert hat, ist äußerst angetan: „Das ist ein tolles System für kleine Wege.” Die Räder seien in einer Vielzahl von Stationen mit der Scheckkarte oder per Abo zu mieten, es gibt einen Basistarif, der einen Euro für die ersten 20 Minuten fordert. Stabile Räder seien das mit einer Dreigangschaltung und gutem Fahrkomfort.

Mitfinanziert werde das komplette System in Paris vom Werbeflächenanbieter Decaux, der auch in Aachen tätig sei, fügt Ludwig an. 400 Arbeitsplätze schaffe die Sache in der Seine-Metropole. In Aachen möchte man dazu eine Stuttgarter Idee abkupfern. Dort soll ein „Pedelec”, ein Fahrrad mit einem kleinen Elektromotor im Tretlager, zum Zuge kommen - denn auch die Stuttgarter leiden des öfteren unter der Kessellage ihrer Stadt.
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