Aachen - Fällaktion an der Lütticher Straße: Baumschützer auf der Palme

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Fällaktion an der Lütticher Straße: Baumschützer auf der Palme

Von: Holger Richter
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Kein schöner Anblick, aber no
Kein schöner Anblick, aber notwendig für die Verkehrssicherheit: So begründet der Landesbetrieb Straßenbau die Fällarbeiten an der Lütticher Straße. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Sogar der Sprecher beim Landesbetrieb Straßenbau räumt es ein: „Optisch sieht das natürlich nicht schön aus”, sagt Bernd Aulmann zu den Fällarbeiten, die der Landesbetrieb derzeit an der Lütticher Straße vornimmt. Aber er lässt keinen Zweifel daran, dass die Arbeiten notwendig seien. „Wir kommen damit unserer Verkehrssicherungspflicht nach.”

Denn die Bäume entlang der Lütticher Straße zwischen Waldschenke und Preuswald seien so groß geworden, dass „in dem sandigen Boden dort die Standsicherheit nicht mehr gegeben ist”. Deshalb werden bis zum Ende der Herbstferien rund 2,5 Hektar Wald gefällt. „Das ist eine Vorsichtsmaßnahme”, so Aulmann, „damit wollen wir verhindern, dass plötzlich ein Baum quer auf der Lütticher Straße liegt.”

Für Hans Falk vom Aachener Baumschutzbündnis ist das nur ein vorgeschobener Grund. „Die Verkehrssicherheit ist immer ein Totschlag-Argument.” Wenn man beim Landesbetrieb genau nachfrage, höre man ein halbes Dutzend Gründe. Da sei erst von Verkehrssicherheit die Rede, dann von Schutz der Böschung oder von kranken Bäumen.

Daraus folgert Falk: „Dort wird wahllos gefällt.” Denn er und seine Mitstreiter vom Baumschutzbündnis haben gefällte Bäume gesehen, „die 30 Meter von der Fahrbahn entfernt” standen. „Die wären niemals auf die Fahrbahn gefallen”, so Falk. Vor allem kritisiert er, dass so großflächig gefällt werde. „Wenn es dort kranke Bäume gibt, warum entfernt man sie dann nicht einzeln?”

Der Natur überlassen

„Das machen wir”, entgegnet Bernd Aulmann, „wenn es nur darum geht, kranke Bäume zu entfernen.” Aber an der Lütticher Straße sei eben die Standsicherheit der Bäume gefährdet, wiederholt er, deshalb werde großflächig gefällt. Außerdem versucht Aulmann, die Baumschützer zu beruhigen. „Nach der Fällung wird der Bereich wieder der Natur überlassen”, kündigt der Sprecher des Landesbetriebes an, spätestens in zwei Jahren würde dort wieder alles so aussehen wie bisher.

Das Baumschutzbündnis kritisiert zudem, dass die Fällaktion vorher nicht publik gemacht worden sei, und erhält dabei Unterstützung von den Aachener Linken. Die drückten gestern in einer Pressemitteilung ihr Entsetzen aus, „dass wieder einmal in Nacht- und Nebelaktionen Hunderte Bäume den Kettensägen zum Opfer fallen”. Auch wenn in diesem Fall der Landesbetrieb verantwortlich gewesen sei, „wusste die Stadtverwaltung doch Bescheid und hat es schon wieder geheim gehalten”, schimpft Ratsherr Andreas Müller.

Harald Beckers vom städtischen Presseamt bestätigt, dass die Stadtverwaltung vom Landesbetrieb von der Fällaktion in Kenntnis gesetzt worden sei. Die Verwaltung habe dies dann den Mitgliedern des Mobilitätsausschusses in der Sitzung am 27. September mitgeteilt, so Beckers. Leider sei diese Information nicht bis zum Presseamt durchgedrungen, sonst hätte man natürlich die Öffentlichkeit informiert.
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