Aachen - Fachhochschule entwickelt ein Elektro-Auto speziell für Carsharing

Fachhochschule entwickelt ein Elektro-Auto speziell für Carsharing

Von: Marcus Erberich
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Info-Veranstaltung am Elisenbr
Info-Veranstaltung am Elisenbrunnen: Auch Bürgermeisterin Dr. Margrethe Schmeer (l.) interessierte sich für das E-Auto und plauderte angeregt mit der FH-Prorektorin Prof. Christiane Vaeßen. Foto: A. Herrmann

Aachen. „Ist der jetzt schon an?” Diese Frage stellen die meisten, die zum ersten Mal in einem Elektro-Auto sitzen. Das berichtet Ramona Wallenborn, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Fachhochschule Aachen.

Der Grund: Die modernen und umweltfreundlichen Fahrzeuge sind - im Gegensatz zu den „normalen” Autos mit Verbrennungsmotoren - für die Insassen so gut wie gar nicht zu hören.

Bei einer Informationsveranstaltung am Samstag auf dem Vorplatz des Elisenbrunnens konnten sich interessierte Passanten den „Mitsubishi i-MiEV” ansehen, das erste in Deutschland erhältliche Serien-Elektrofahrzeug. Zudem gab es reichlich Info-Material. Auf der Basis dieses Fahrzeugs entwickelt die Fachhochschule derzeit im Rahmen des Projekts „ec2go” - electric car to go - ein Konzept für das weltweit erste Elektro-Auto, das ausschließlich für den Zweck des Carsharings genutzt werden soll. Also ein Elektrofahrzeug zum mitnehmen und wieder zurückbringen, wenn man so will.

„Elektromobilität und Carsharing passen super zusammen”, so Ramona Wallenborn, „weil Elektrofahrzeuge über eine vergleichsweise geringe Reichweite verfügen und noch relativ teuer sind. Und die meisten Carsharing-Kunden brauchen die Autos ohnehin nur für kürzere Stadtfahrten”. Und den Preis für die Anschaffung des Autos muss ja schließlich nicht der Kunde bezahlen. Bei normaler Fahrweise habe der „I-MiEV” übrigens eine Reichweite von gut 100 Kilometern, zudem gebe es die Möglichkeit, das Auto so einzustellen, dass es zum Beispiel beim Bremsen Strom generiert, sich sozusagen während der Fahrt selber wieder auflädt.

Irgendwann soll das Elektro-Auto Teil des städtischen Verkehrsnetzes sein. Zum Beispiel soll damit der Weg von der Wohnung zum Bahnhof zurückgelegt werden und umgekehrt. Das Auto soll sich so eingliedern in eine Kette umweltschonender Beförderungsmöglichkeiten, insbesondere die der öffentlichen Verkehrsmittel. Professor Thilo Röth vom Fachbereich Luft- und Raumfahrttechnik an der FH Aachen spricht von einem „Personal Public Vehicle”, übersetzt etwa einem persönlichen, öffentlichen Auto.

Was sich auf den ersten Blick gegenseitig ausschließt - persönlich und öffentlich - wird durch moderne Technologie miteinander verknüpft. Bucht ein Kunde zum ersten Mal das Elektro-Auto, kann er darin persönliche Einstellungen vornehmen - von der Sitzhöhe über die Spiegeleinstellungen bis hin zur bevorzugten Musik. Jedes Mal, wenn er das Auto wieder benutzt, erinnert sich dieses automatisch an seine Einstellungen. Zudem ist das Auto mit Internet ausgestattet, so dass man darin auch bequem den nächstbesten Zug aussuchen kann.

Seit diesem April kann der „I-MiEV” der Fachhochschule von Interessenten getestet werden. Die Testfahrt kostet nichts, man muss sich lediglich auf der Internetseite „www.ec2go.de” registrieren und im Anschluss an die Testfahrt einen Fragebogen ausfüllen. „Die Ergebnisse, die mit dem I-MiEV gewonnen werden, fließen in die Entwicklung eines ganzheitlichen E-Carsharing-Konzepts”, so Professor Thomas Ritz vom Fachbereich Elektro- und Informationstechnik.

Bis Ende des Jahres kann der „I-MiEV” noch testgefahren werden, 2013 soll er dann in der „Cambio”-Carsharing-Station am Hubertusplatz zur Ausleihe bereit stehen.
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