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Facebook-Kommentar: Geschäftsfrau spricht von „blödem Fehler“

Von: Heiner Hautermans
Letzte Aktualisierung:
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Tanja Brosius vor einer Schaufensterpuppe, die sie nicht mehr auf den Bürgersteig stellen darf, da sonst ein Bußgeld von 500 Euro droht. Die Geschäftsfrau bedauert inzwischen ihren Eintrag auf Facebook, in dem sie sich abfällig über Farbige geäußert hatte Foto: Ralf Roeger

Aachen. „Es war ein total blöder Fehler. Ich habe mich auch schon im Internet entschuldigt“, offenbarte sich am Mittwoch Tanja Brosius als die Geschäftsfrau, die nach negativen Erfahrungen mit Farbigen „Hausverbot für alle Bimbos!“ auf ihrer Facebook-Seite gepostet und damit einen Sturm der Entrüstung („Shitstorm“) losgetreten hatte.

Nachdem sie am Dienstag für die „Nachrichten“ nicht erreichbar war, stand sie am Mittwoch Rede und Antwort, schilderte aber auch, dass sie sich durch die Wucht der Ereignisse überrollt fühle und wie es zu dem heftig kritisierten Eintrag gekommen war.

Es sei ein regnerischer Tag gewesen, als zwei Farbige ihre Boutique „Sunny‘s“ am Büchel betreten hätten. Obwohl sie, die Inhaberin, fließend Englisch und Französisch spreche, habe sie sich mit den Besuchern kaum verständigen können. Diese hätten mit nassen Handschuhen einen Großteil des Sortiments durchwühlt, als zu teuer befunden und als sie auf die Schnäppchen auf der Ladentheke aufmerksam machte, auch diese durcheinandergebracht und nur kurz angebunden und auf ein Stück weisend gesagt: „Du reservieren eine Woche.“

„Das hat mich wütend gemacht“, schildert die Geschäftsfrau die Entstehung des umstrittenen Eintrags. „Ich habe aber den Fehler gemacht, mich falsch auszudrücken. Das tut mir sehr leid.“ Sie habe allerdings nicht gedacht, dass „Bimbo“ so ein schlimmes Wort sei: „Ich bereue es, es wird nicht wieder vorkommen.“ Allerdings habe sie inzwischen auch Angst und deshalb Kontakt mit der Polizei aufgenommen. „Ich muss mich hier in meinem eigenen Laden einschließen.“

Sauer sei sie lediglich auf die beiden Besucher gewesen, das habe sie auch einem Farbigen gesagt, der auf sie zugekommen sei und sich persönlich beleidigt fühlte: „Ich hätte nie gedacht, dass das so ausartet und die Leute so böse macht.“ Tanja Brosius hatte dieser Tage eine Ordnungsverfügung bekommen, dass sie Schaufensterpuppen nicht mehr vor ihr Geschäft auf den Gehweg stellen darf, anderenfalls riskiert sie ein Bußgeld von 500 Euro. Die Geschäftsfrau überlegt nun, die Figuren absichtlich rauszustellen, „damit das Ordnungsamt öfter vorbeikommt“. Denn die Diskussion im Internet geht weiter, unter anderem wird zu einem Besuch des Geschäfts am Samstag aufgefordert. Sandra Schmitz, Sprecherin der Aachener Polizei: „Wir haben die Entwicklung im Auge und sprechen uns mit der Frau ab.“

Ob das Wort „Bimbo“ als Beleidigung einzustufen ist, wird derweil bei der Staatsanwaltschaft untersucht. Sprecher Dr. Jost Schützeberg: „Die Prüfungen dauern an, ob das strafrechtlich relevant ist. Dabei spielt immer auch der Kontext eine Rolle.“

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