Aachen - Explosionsgefahr durch lecke Gasleitung

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Explosionsgefahr durch lecke Gasleitung

Von: Heiner Hautermans
Letzte Aktualisierung:
Gasalarm
Gasalarm in Driescher Hof: Feuerwehr, die Stadtwerke Aachen (Stawag) und ein Tiefbauunternehmen arbeiten fieberhaft daran, eine defekte Gasleitung zu reparieren. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Die Aufregung war groß, als am Donnerstag kurz nach 14 Uhr eine undichte Gasleitung auf der Königsberger Straße in der Siedlung Driescher Hof entdeckt wurde. Die Stawag verständigte sofort die Feuerwehr, die mit großem Aufgebot, etwa zwei Löschzügen (mehrere Rettungswagen und Notärzte) anrückte und nicht lange fackelte.

Einsatzleiter Axel Wichterich: „Im unmittelbaren Bereich bestand direkte Explosionsgefahr.“ Er veranlasste, dass acht drei- bis achtgeschossige Wohnblocks in der Umgebung evakuiert wurden, auf der einen Seite die Häuser mit der Nummer 29 bis 35, auf der anderen 84 bis 92.

Hals über Kopf mussten die Menschen ihre Wohnungen verlassen, was naturgemäß nicht ganz ohne Probleme abging. Eine Bewohnerin bekam vor lauter Stress einen leichten Schock. Sie wurde in einem bereitstehenden Krankenwagen behandelt, wollte sich aber nicht in ein Spital bringen lassen. Anwohner Stefan Moers: „Es roch sehr extrem nach Gas.“ Da die Arbeiten schon lange andauerten, kenne er die Bauarbeiter schon: „Ich bringe den Jungs schon einmal einen Kasten Wasser runter.“

Insgesamt wurden 45 Frauen, Männer und Kinder aus den Häusern herausgeholt. Sie warteten etwa zwei Stunden zunächst auf der Straße. Eine Frau war war sich nicht sicher, ob den Backofen ausgestellt hatte. Sie überreichte einem Wehrmann ihren Schlüssel, damit er nachschaute: Der Ofen war aus. Eine Seniorin vermisste ihren Rollstuhl – die Feuerwehr holte ihn aus der von der Polizei hermetisch abgeriegelten Sperrzone.

Da die Arbeiten sich in die Länge zogen und ein Ende nicht absehbar war, wurde ein Aseag-Bus herbeibeordert, der die vorübergehend Obdachlosen ins Schulzentrum Brand beförderte, wo sie von der Feuerwehr, dem Malteser Hilfsdienst und dem Technischen Hilfswerk mit Getränken und Speisen versorgt wurden.

Vor Ort hieß es noch, dass eine Gasleitung bei Ausschachtungsarbeiten von einem Bagger beschädigt worden sei. Dies stellte später Corinna Bürgerhausen von den Stadtwerken anders dar: „Bei der routinemäßigen Überprüfung einer Gasleitung ist ein Schaden festgestellt worden.“ Als Platten vom Bürgersteig aufgehoben worden seien, habe man starken Gasgeruch festgestellt und sofort durchgreifende Maßnahmen ergriffen: „Bei Gas ist immer höchste Vorsicht geboten.“

Die Stawag-Leute versuchten zunächst, die schadhafte Leitung mit einer sogenannten Blase abzudichten, um diese dann ganz stillzulegen, das Ganze zog sich stundenlang hin. Gegen 17.40 Uhr war die lecke Leitung durch einen Ballon abgedichtet, dann mussten noch Messungen vorgenommen werden, ob die Konzentration unbedenklich war. Erst danach konnten die Anwohner wieder zurückkehren.

Sprecherin Bürgerhausen: „Wir sind gerade dabei, neue Leitungen zu verlegen und werden die schadhafte Leitung nicht mehr in Betrieb nehmen.“ Bereits seit einem Jahr tauscht das Versorgungsunternehmen alte Rohre und Leitungen für Gas, Wasser, Strom aus, teilweise sind auch Fernwärmerohre auf der Königsberger Straße verlegt worden.

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