Aachen - Ex-Alemannia-Funktionär wegen Höger-Ablöse angezeigt

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Ex-Alemannia-Funktionär wegen Höger-Ablöse angezeigt

Von: Holger Richter und Wolfgang Schumacher
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Um seinen Transfer geht‘s: Als Ex-Alemanne Marco Höger zum FC Schalke 04 wechselte, hat sich die Klägerin Abtretunsgrechte in Höhe von 350.000 Euro an der Ablösesumme sichern lassen. Foto: Imago/Krieger

Aachen. Alemannia Aachen kommt aus den Negativ-Schlagzeilen derzeit einfach nicht heraus. Nun wurde bekannt, dass ein Top-Sponsor des zwischenzeitlich bis in die Regionalliga abgestürzten Vereins Strafanzeige gegen ein ehemaliges Aufsichtsratsmitglied der Lizenzspieler GmbH erstattet hat.

Der Mann soll 150.000 Euro veruntreut haben, lautet der Vorwurf. „Meine Mandantin hat der Alemannia im Jahr 2011 ein Darlehen in Höhe von 350 000 Euro gewährt“, erläutert Rechtsanwalt Christian Franz am Freitag die Hintergründe. Er vertritt den Sponsor, eine Firma aus Übach-Palenberg.

„Als Sicherheit hat sich meine Mandantin von der Ablösesumme für Marco Höger 350.000 Euro abtreten lassen.“ Der Ex-Alemanne war im Sommer 2011 für rund zwei Millionen Euro von Aachen zum FC Schalke 04 gewechselt. Doch das Geld sei bislang nicht zurückgezahlt worden, deshalb nun die Strafanzeige, „nachdem bei der Alemannia auf die zivilrechtlichen Ansprüche, die ich geltend gemacht habe, niemand reagiert hat“.

Zwei Chancen

Dabei habe es zwei Chancen gegeben, das Darlehen zurückzuzahlen, begründete der Anwalt die Klage weiter. „Als der Spieler 45 Pflichtspiele für Schalke absolviert hatte, flossen noch einmal 150.000 Euro an die Alemannia.“ Dieses Geld habe eigentlich der Klägerin zugestanden, sei aber auf Geheiß des Beklagten damals bei der Alemannia verblieben.

Die zweite Chance ergebe sich laut Franz, „wenn Schalke sich in der anstehenden Qualifikation für die Champions League durchsetzt“. Denn dann seien 200.000 Euro fällig. „Und die werden direkt an meine Mandantin abgetreten“, sagte der Anwalt und machte geltend, dass „diese Forderung insolvenzfest ist“. So erkläre sich auch die Differenz zwischen dem ursprünglichen Darlehen in Höhe von 350.000 Euro und dem Untreue-Vorwurf in Höhe von 150.000 Euro.

Der Sprecher der Aachener Staatsanwaltschaft, Jost Schützeberg, konnte den Eingang der Klage gegen einen Alemannia-Funktionär am Freitag nicht bestätigen: „Das heißt aber nicht, dass sie nicht da ist“, meinte der Sprecher und verwies auf den kommenden Montag.

Für den Sprecher der Alemannia-Insolvenzverwalter, Holger Voskuhl, betrifft die Anzeige zunächst das laufende Insolvenzverfahren überhaupt nicht: „Hier soll ein Vorstandsmitglied strafrechtlich belangt werden.“ Das beinhalte keine Forderungen gegen die Alemannia im laufenden Insolvenzverfahren.

Den Hinweis, dass aus Beleihung der Höger-Ablöse noch Forderungen auf die Verwalter zukommen könnten, beschied Voskuhl: „Das werden wir zunächst abwarten“.

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