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Evangelische Kirche: Schwarz-rote Mehrheit stimmt Neubauvorhaben zu

Von: Werner Breuer
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Aachen. Die evangelische Kirche hat nun den Segen der Politik. Mehrheitlich stimmte der Umweltausschuss am Dienstag den Plänen für den Bau eines neuen Kirchengebäudes samt Gemeindezentrum an der Vaalser Straße zu.

Das dafür ein bereits als Ausgleichsfläche ausgewiesenes Areal geopfert wird, wollen nur Grüne und Linke nicht einsehen. Es soll auch die Ausnahme bleiben, betonte Elmar Wiezorek, der Leiter des städtischen Fachbereichs Umwelt. Das Gelände im Außenbereich in unmittelbarer Nähe des Dorbaches war bei der Erweiterung der Justizvollzugsanstalt als Ausgleichsfläche für Eingriffe in der Soers ausgewiesen worden. Dass nun eine Änderung des Flächennutzungsplans gerade hier einen Neubau ermöglichen soll, ist wohl eine Premiere: „Erstmals nehmen wir eine Ausgleichsfläche in Anspruch“, erklärte Wiezorek den Umweltpolitikern. Laut Baugesetzbuch könnten in der Tat Flächen, die der Natur quasi als Entschädigung für Eingriffe an anderer Stelle überlassen werden, auch wieder überplant werden. „Das geht“, so Wiezorek, „es soll aber nicht die Regel werden.“

Eine Ausnahme hält die Verwaltung für gerechtfertigt wegen der „strukturellen Veränderung“ im Evangelischen Kirchenkreis. Da sei die Zusammenlegung von Gemeindebezirken vorgesehen, und der Kirchenkreis halte wegen des Zuschnitts und der Erreichbarkeit ein neues Gemeindezentrum an dieser Stelle für eine sinnvolle Lösung. „Diese Prüfung wird von der Stadt nachvollzogen“, heißt es in der Verwaltungsvorlage.

Sabine Göddenhenrich von den Grünen war anderer Meinung: „Ausgleichsflächen sind ein gutes Konzept, aber wenn wir die nach kurzer Zeit zurücknehmen, schwächen wir das Verfahren.“ Diese Bebauung sei nun mal ein Eingriff, und den lehne ihre Fraktion nicht nur ab, weil er eine Ausgleichsfläche betreffe. Das Gebiet sei auch eine wichtige Kaltluftschneise für die Stadt, die ohnehin Probleme bei der Luftreinhaltung habe. Göddenhenrich erkannte zwar an, dass bei dem Bauentwurf darauf Rücksicht genommen werden soll, „aber trotzdem geht es nicht, dass man da baut“. Diese Ansicht wurde zwar von der Linken geteilt – nach Ansicht ihrers Vertreters Jörg Hoffmann hätte man „eine andere Stelle aussuchen müssen“ –, von der Mehrheit aber nicht. Heike Wolf (SPD) sprach von einer „schwierigen Gesamtabwägung“ an deren Ende die Sozialdemokraten „mit einem lachenden und einem weinenden Auge“ zustimmen würden. Es handele sich um einen „Sonderfall“, der aber kein Präzedenzfall werden solle. Damit hatte sie offenbar auch die Stimmung bei der CDU gut erfasst. Ferdinand Corsten: „Wir schließen uns den Ausführungen von Frau Wolf vollumfänglich an.“

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