Aachen - Europäische Hochprominenz macht sich diesmal rar

Europäische Hochprominenz macht sich diesmal rar

Von: Gerald Eimer
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Wird Mittwoch in Aachen erwartet: Die diesjährige Karlspreisträgerin Dalia Grybauskaite aus Litauen. Foto: dapd/Virginia

Aachen. Die Liste der prominenten Karlspreis-Gäste ist zwar überschauberer als in den Vorjahren, „die eine oder andere Zeile“ seiner Rede werde er aber doch zur Begrüßung verwenden müsse, erklärte Oberbürgermeister Marcel Philipp wenige Tage vor dem großen Festtag.

Da schwingt Erleichterung mit, denn nicht ohne Grund hatte auch Jürgen Linden, Sprecher des Karlspreis-Direktoriums, angesichts der eher unbekannten Preisträgerin aus einem ebenso unbekannten Land schon vor Wochen von einem Karlspreis „schwerer als sonst“ gesprochen.

Voll besetzt wird der Krönungssaal am Himmelfahrtstag ohne jeden Zweifel sein, doch die ganz großen Namen bleiben rar: Einziger Vertreter der Bundesregierung wird Finanzminister und Vorjahrespreisträger Wolfgang Schäuble sein. Als weitere ehemalige Preisträger haben sich Jean-Claude Trichet und Patrick Cox angesagt. Die Landesregierung entsendet die Europaministerin Angelica Schwall-Düren und Bildungsministerin Sylvia Löhrmann. Und mit dabei ist natürlich der Lokalmatador und EU-Parlamentspräsident Martin Schulz, der auch die Laudatio auf die litauische Präsidentin Dalia Grybauskaite halten wird.

Sie wird, begleitet von einer gut 20-köpfigen Delegation, am morgigen Mittwoch in Aachen eintreffen, kündigt Protokollchefin Claudia Wellen an. An Grybauskaites Seite: Freunde aus dem privaten und politischen Umfeld sowie durchaus auch „politische Schwergewichte“ aus dem baltischen Raum. Wie üblich, wird auch sie sich ihren Karlspreis mit einem strammen Programm redlich „erarbeiten“ müssen: So wird sie zunächst am Mittwoch gegen 15 Uhr einen Vortrag im Kármán-Forum halten und mit Studenten der RWTH ins Gespräch kommen. Kaum anderthalb Stunden später wird sie beim Europa-Forum im Alten Kurhaus erwartet. Von dort geht es erst in den Dom, dann zum Interview auf der Katschhof-Bühne (19.30 Uhr) und weiter zum Dinner in die Aula Carolina, bei dem Schäuble die Tischrede halten wird.

Der Tag der Karlspreis-Verleihung beginnt um 9 Uhr mit dem Pontifikalamt im Dom, zu dem neben den geladenen Gästen auch normale Gottesdienstbesucher willkommen sind. Sie sollten einen Personalausweis vorzeigen können und müssen ausnahmsweise den Zugang über den Katschhof (Krämertür) wählen.

Anschließend wird von Dalia Grybauskaite während des Festakts im Kröungssaal nichts weniger als eine „Impulsrede“ für das Europa der Zukunft erwartet. „Aus dem Norden kommt das Licht“ zitierte Linden ein altes – nicht ganz unumstrittenes – Schlagwort. „Und hoffentlich auch Hoffnung und Zuversicht“, fügte er hinzu. Linden lobte den Ostseeraum erneut als „sehr dynamische Region“, die auch auf Zentral- und Südeuropa positiv ausstrahlen könne. Bei diesem Karlspreis gehe es mehr als je zuvor um die zentrale Frage, wie sich Europa weiterentwickle und ob der „soziale Kitt“ groß genug ist, die Krise zu überwinden. Rund 100 akkreditierte Journalisten werden Grybauskaites Botschaft am Donnerstag in die Welt verbreiten.

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