Es ist nur eine Bahn

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Es ist nur eine Bahn

Ein Kommentar von Gerald Eimer

Mit oder ohne Campusbahn – das Leben in Aachen wird nach der Abstimmung am Sonntag weitergehen. Angesichts der zuweilen doch etwas überhitzt geführten Auseinandersetzung um die Bahn scheint es nötig, diese im Grunde banale Aussage dick zu unterstreichen. Entscheiden werden die Aachener über ein neues Verkehrssystem – nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Ja, es kostet sehr viel Geld. Wie so vieles andere, bei dem man abwägen muss, ob man es haben will und ob es sich lohnt, sich dafür an anderer Stelle zu beschränken. Der Gegenwert ist ein umweltfreundliches Verkehrsmittel, das deutlich mehr Menschen befördern kann als jeder Bus und von dem sich die Befürworter einen Impuls für den Weg in die elektromobile Zukunft erhoffen. Das ist die Chance. Das größte Risiko ist, dass die Kosten aus dem Ruder laufen und sich die Stadt übernehmen könnte. Klar ist aber auch: Die Campusbahn ist weder Stuttgart 21 noch ein Berliner Großflughafen. Straßenbahnen sind hundertfach erprobt und in vielen Städten Alltag. Als Denkmal für eitle Politiker, wie es die Gegner zuweilen unterstellen, taugen sie eher nicht. Es wäre das schlechteste Motiv, am Sonntag ins Abstimmungslokal zu gehen, um es ­„denen da oben“ mal zu zeigen. Denn es gibt keine großangelegte „Verschwörung“, mit der das Volk übers Ohr gehauen werden soll. Dass auch dieser Eindruck aufkeimen konnte, belegt vor allem, dass Bürgerentscheiden in Deutschland die Selbstverständlichkeit fehlt. Nur weil sie die Ausnahme von der Regel sind, können sie mit vielen Nebenkriegsschauplätzen überladen werden. Dem eigentlichen Sachthema, um das es geht, kann das nicht guttun.

„Jahrhundertchance“ oder „Größenwahn“? Die Aachener hatten drei Monate Zeit, sich über die Campusbahn zu informieren und das Für und Wider abzuwägen. Sie werden sich morgen in hoffentlich großer Zahl entscheiden.

g.eimer@zeitungsverlag-aachen.de

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