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„Es gibt nur gute und schlechte Musik”

Von: Jan Mönch
Letzte Aktualisierung:
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Sieht aus wie eine junge Brit-Pop-Band, ihr Sound klingt aber jazzig: Die Gruppe „Four Points Fall” schnitt als beste Schülerband ab. Foto: R. Roeger

Aachen. Carsten Brehm hält nicht viel von musikalischem Schubladendenken. „Es gibt nur gute und schlechte Musik”, ist der Leiter vom Philip-Neri-Haus überzeugt. Dementsprechend vielseitig fiel auch die Bandbreite beim Schülerbandcontest aus. „Rock, Punk, Reggae, wir haben so ziemlich alles dabei.”

Acht Nachwuchsbands waren es, die in dem Jugend- und Medienzentrum in der Ahornstraße ihre Instrumente einstöpselten, um sich einen von insgesamt vier Preisen zu erspielen. Der Weg führte dabei einerseits über eine fachkundige Jury, zum anderen über den Zuspruch von Seiten des Publikums, ermittelt über einen Lärmpegelmesser.

Den Anfang machten „Sissaye & Band” mit naturgemäß legeren Reggaenummern. Erste Zugabeforderungen beim gemeinsam mit dem Schülercafé Pitkok organisierten Contest haben kurz darauf die etwas rockiger gelagerten Bekahoona zu verbuchen.

Eine Forderung, die nicht erfüllt werden kann - jede Band muss ihr Programm auf eine knackige Viertelstunde komprimieren. Günstig also, wenn man sich mit dem Punk-Rock einem Stil verschrieben hat, der stets flott auf den Punkt kommt. So wie „Public Solution”, die vor beachtlicher Fanschar den Härtegrad nach oben schrauben.

Schon früh wird deutlich: Die jungen Zuschauer können sich der Philosophie von Carsten Brehm anschließen. So lassen sich Musikfreunde im Iron-Maiden-Shirt nebst solchen mit umgedrehter Baseballkappe beobachten, Köpfe, aus denen ungestüm Dreadlocks wuchern nicken im gleichen Takt wie solche mit akkurater Gelfrisur. Keine Selbstverständlichkeit bei einer Altersgruppe, deren Angehörige sich oft stark über den Musikgeschmack definieren.

Wobei die jungen Leute dann doch nicht völlig unter sich sind. „Hier ist einiges an Scouts unterwegs”, stellt Carsten Brehm fest. Und meint damit Vertreter von Jugendeinrichtungen aus der Euregio, die Ausschau halten nach Talenten für ihre eigenen Veranstaltungen. Brehm, selbst Kopf einer lokalen Deutschrockgruppe: „Für den Nachwuchs gibt es hier mittlerweile eine breite Basis an Angeboten.”

Auf der Bühne präsentieren sich mittlerweile „Immerhin” mit reichlich abgedrehtem Programm. „Das war schon unterhaltsam, auch die einzelnen Elemente haben gestimmt”, stellt Jurymitglied Ralf Bädorf anerkennend fest. Bloß: „Das Gesamtbild hat nicht gepasst. Erst hört man Crossover, dann plötzlich Jazz. Das muss noch gedeihen.”

„Immerhin” überschneiden sich in ihrer Besetzung teils mit „Colonel Meyer”, die ebenfalls viele Musikstile - Hip-Hop, Hard-Rock, Psychedelic - mischen. Das erzeugte Gesamtbild wirkt dabei aber stimmiger. „Eine Band mit viel Potential”, findet Ralf Bädorf.

Noch mehr Potential haben „Four Points Fall”, jedenfalls dem einstimmigen Votum von Ralf Bädorf und seinen Jurykollegen Michael Kugelmann, Daniel Slot und Henning Buhr zu Folge. Mit ihrem sauber gespielten, jazzigen Sound und guter Bühnenpräsenz erspielt das Quartett sich den Hauptpreis, eine Aufnahme im Studio des Medienzentrums.

Zuvor aber geht es für „Four Points Fall” zur Musikmesse nach Frankfurt - denn die Favoriten der Jury sind auch die des Publikums. Ein Auftritt beim belgischen Jukutu-Festival geht an „Immerhin”, ein Auftritt im Vaalser Veranstaltungsort Fraiche an „Public Solution”.

Außerdem nahmen „Brave Mädchen” und „Up 2 Thursday” am Contest teil. Unabhängig vom Wettbewerb traten „The Secret Springs” auf.
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