Es geht auch ohne die große Alemannia

Von: Nils Heinichen
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Viel Schwarz-Gelb ist noch dabei – doch die „Ladies in Black“ können sich auch ohne Alemannia auf die Rückendeckung ihrer Fans verlassen. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Alemannia? Das war einmal. Beim ersten Heimspiel der neuen Saison war nur noch wenig vom ehemaligen Verein der Aachener Volleyballerinnen übriggeblieben. Dass es auch ohne den „großen“ Namen „Alemannia Aachen“ geht, bewiesen die knapp 1000 Fans in der proppenvollen Sporthalle in der Neuköllner Straße eindrucksvoll.

Skeptiker, die die große Fan-Basis der „Ladies in Black“ stets mit dem Argument des Vereinsnamens erklärten, sahen sich in ihrer Annahme getäuscht. Im Gegenteil: Die Begeisterung für den Bundesligisten um Kapitänin und Publikumsliebling Karolina Bednarova war riesig.

„Heute hat sich noch mal gezeigt, dass ‚Ladies in Black‘ ein Name für sich ist in der Stadt“, sagt Geschäftsführer Sebastian Müller. „Die Leute identifizieren sich mit der Marke ‚Ladies in Black‘. Es ist großartig“, ergänzt er.

Seit dieser Saison tragen Aachens Schmetterlinge ganz offiziell den Namen „Ladies in Black“. Ihre neue sportliche Heimat haben sie beim PTSV gefunden. „Es war die große Unbekannte, inwieweit die Zuschauer das aufnehmen. Das riesige Interesse freut uns natürlich sehr“, so Müller.

Lautstark peitschte das Publikum ihre junge Mannschaft immer wieder nach vorne. Jeder Punkt wurde frenetisch gefeiert. Jede Abwehraktion mit großem Applaus bedacht.

Nach dem Auftaktsieg in Stuttgart empfingen die „Ladies“ nun den Vizemeister und diesjährigen Titelanwärter Dresdner SC in eigener Halle. Gleich zum ersten Heimspiel war es der denkbar schwierigste Gegner.

Mit großer Leidenschaft bot das neu zusammengestellte Team von Trainer Marek Rojko den mit zahlreichen Nationalspielerinnen gespickten Sachsen Paroli. Unter den Augen des Oberbürgermeisters bäumten sich die „Ladies“ immer wieder auf.

Auf eigenen Beinen

Und obwohl letztlich eine deutliche 0:3-Niederlage auf dem Papier stand, war das Ergebnis an diesem Abend nicht die entscheidende Botschaft, die nach außen drang. Vielmehr zeigte sich, dass Aachens Sportlandschaft weit mehr zu bieten hat als nur Fußball. Anders ließe sich die großartige Stimmung nicht erklären. „Wir wussten, dass Aachen wahnsinnig viele Volleyball-Fans hat. Das zeigt sich jetzt noch einmal umso deutlicher“, erläutert Müller.

Bereits beim ersten Heimspiel war zu sehen, dass spätestens jetzt der Volleyball in Aachen auf ganz eigenen Beinen steht. Nur vereinzelt sah man mal einen schwarz-gelben Schal auf der Tribüne. Das Thema „Alemannia“ interessierte fast niemanden mehr.

Ab dem kommenden Heimspiel können dann auch neue, ganz eigene Schals der „Ladies“ erworben werden. Weiterhin ein wenig Gelb wird dann wohl einzig der Fanklub „Schwazzjeäle Sövve“ vertreten, die auch in Zukunft ihrer gelb-schwarzen Tracht treu bleiben wollen. „Nicht nur, weil das die Stadtfarben Aachens sind, sondern auch, weil wir der Tradition in der neuen Heimat treu bleiben wollen und nicht vergessen, wo wir hergekommen sind“, heißt es in einem Statement.

Nach zwei Spieltagen liegt die rundum erneuerte Mannschaft im Mittelfeld der Tabelle. Dass dieses Aachener Team in Zukunft noch für viel Furore sorgen könnte, blieb auch nicht dem Gegner verborgen. „In diesem Aachener Team steckt richtig Potenzial. Ich glaube, dass vor allem bei den Heimspielen und dieser tollen Stimmung alles möglich ist“, zollte Dresdens Nationalspielerin Mareen Apitz der Heimmannschaft Respekt.

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