Erwischt: Verwirrte alte Frau verwüstet Gräber

Von: Georg Dünnwald
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Gerhard Kappich kümmert sich
Gerhard Kappich kümmert sich mit Ehefrau Marlies um das Grab des achtjährigen Daniel, der auf dem Friedhof Hüls beigesetzt wurde. Umso größer war das Entsetzen wegen der Verwüstungen. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Die Nachricht beruhigt das Ehepaar Kappich: Am Mittwochabend überwältigten zwei Mitarbeiter des städtischen Friedhofs Hüls eine offenbar verwirrte 62-jährige Frau, die ein Grab verwüstete.

Damit haben wohl knappe vier Wochen Leid für Marlies und Gerhard Kappich ein Ende.

„Es tat sehr weh”

In dieser Zeit wurde das Grab, in dem der achtjährige Sohn Daniel der Kappichs 1988 bestattet wurde, mehrfach - fast täglich - zerstört. „Pflanzen wurden herausgerissen, Grablaternen zusammen mit dem Stein, auf dem sie befestigt waren, vom Grab entfernt, schwere Steine, die als Dekoration dienten, weggerollt,” beklagt sich Gerhard Kappich.

Im selben Grab ist auch seine Mutter begraben. Er und seine Ehefrau hatten schon aufgegeben, die zerstörten Stellen zu reparieren, „das hätten wir ja dann täglich machen müssen”.

Wertvolle Sachen, wie beispielsweise die Laternen, nahm das Ehepaar Kappich mit nach Hause, nachdem die Teile in der Böschung vor dem Friedhof wieder gefunden wurden. „Es tat weh, sehr weh, weil wir ansehen mussten, dass Daniels Grab immer wieder zerstört wurde”, sagt Gerhard Kappich sehr betroffen.

Daniel, heute wäre er 31 Jahre alt, kam vor 23 Jahren ums Leben. „Er wurde von einem Bus überfahren”, erzählt Kappich. Er schüttelt verzweifelt den Kopf: „Sogar ihre Notdurft verrichtete die Person hinter dem Grabstein.”

Zwischenzeitlich war allerdings nicht nur dieses Grab verwüstet worden, auch benachbarte Ruhestätten wurden zerstört, wie die der Schwiegereltern und seiner Schwester. „Selbstverständlich haben wir auch die Polizei verständigt. Die hat alles aufgenommen, konnte uns aber keine große Hoffnung auf Aufklärung machen”, sagt Kappich.

Zwei Friedhofsmitarbeiter konnten die 62-jährige Eupenerin am Mittwochabend überwältigten. Die beiden erwischten die vermutlich psychisch gestörte Frau während eines Kontrollgangs, den sie wegen der Grabverwüstungen unternahmen. Die Polizeibeamten, die verständigt wurden, fanden in der Nähe zwei Taschen, in der sich Kleidungsstücke, Lebensmittel und Grabplaketten aus Metall befanden.

120 Euro Sozialhilfe

Die Frau wurde sofort erkennungsdienstlich behandelt. Bei ihr handelt es sich um eine 62-Jährige, die in Eupen wöchentlich 120 Euro Sozialhilfe bezieht, aber obdachlos ist. Das ist in Belgien möglich.

Sie musste wieder auf freien Fuß gesetzt werden, weil die Rechtsmittel ausgeschöpft seien, hieß es von Seiten der Polizei.
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