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Erwachsenwerden ist schwer: zwei Vorträge

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Aachen. „Erwachsenwerden als Herausforderung“: Auch in diesem Jahr organisiert der Förderverein Kinderseele wieder eine Informationsveranstaltung mit Vortrag und Diskussion, um über das Thema psychische Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen aufzuklären.

Im Mittelpunkt stehen „psychische Störungen in Pubertät und Adoleszenz“. Die Veranstaltung findet statt am Montag, 26. November, von 18 bis 21 Uhr im Forum M der Mayerschen Buchhandlung, Buchkremerstraße. Referenten sind Prof. Beate Herpertz-Dahlmann, Direktorin der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters am Uniklinikum Aachen, und Prof. Helmut Remschmidt, Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie der Philipps-Universität Marburg.

Zeit der Veränderungen

Die Zeit des Heranwachsens bringt riesige Veränderungen. „Der junge Mensch muss ein Selbstkonzept entwerfen, größere Unabhängigkeit von seinen Eltern gewinnen, Beziehungen außerhalb der Familie entwickeln und womöglich erste berufliche Erfahrungen machen“, so Herpertz-Dahlmann. „Mit Ausnahme des hohen Alters ist die Adoleszenz die Lebensperiode mit den meisten psychischen Störungen.“ Ungefähr zehn Prozent aller Jugendlichen leiden an einer psychischen Erkrankung, bei weiteren fünf bis zehn Prozent lassen sich einzelne Symptome einer Erkrankung finden. Die Hälfte aller psychischen Störungen des Erwachsenenalters beginnt in der späten Kindheit und Jugend.

Nach Angaben der Ärztin werden in dieser Lebensperiode auch Unterschiede zwischen den Geschlechtern offensichtlich: „Mädchen leiden mehr an Depressionen, Angst- und Essstörungen, während Jungen mehr aggressive und andere antisoziale Verhaltensweisen zeigen. Darüber hinaus kommt es zu einem Anstieg selbstverletzender Handlungen sowie risikosuchender Verhaltensweisen.“ Der Vortrag will darauf hinweisen, dass es wichtig ist, frühzeitig Merkmale einer seelischen Störung zu erkennen, wobei Eltern, Lehrer und andere Bezugspersonen hilfreiche Hinweise geben können. Eine frühzeitige Behandlung des Jugendlichen ist wichtig zur Vermeidung psychischer Störungen im Erwachsenenalter.

Einsamkeit und Verlassenheit

Wer mit psychisch kranken Kindern zu tun hat, werde immer auch mit der subjektiven Seite ihrer Erkrankungen konfrontiert, erläutert Helmut Remschmidt. Eine Befragung stationärer Patienten in der Kinder- und Jugendpsychiatrie habe ergeben, dass sich deren seelische Situation häufig zwischen den Polen Einsamkeit und Hoffnung bewegt. Remschmidt: „Einsamkeit, Alleinsein und Verlassenheit sind keine diagnostischen Kategorien. Jeder Arzt ist aber mit ihnen befasst, weil sie im Rahmen klinischer Störungen vorkommen, aber ebenso auch in anderen Lebenszusammenhängen, etwa bei Erkrankungen der Eltern oder bei Schicksalsschlägen.“

In der Therapie komme es darauf an, den Patienten zu helfen, mit der oft grenzenlosen Einsamkeit fertig zu werden und wieder Hoffnung zu entwickeln. Im Vortrag soll das subjektive Erleben seelischer Erkrankungen sichtbar werden sowie auch Wege, die aus einer bedrückenden Einsamkeit in eine hoffnungsvolle Zukunft führen.

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