Aachen - Erste Attacken auf Wahlplakate

Erste Attacken auf Wahlplakate

Von: Gerald Eimer
Letzte Aktualisierung:
SPD und FDP sind bereits präs
SPD und FDP sind bereits präsent, CDU und Grüne kommen an diesem Wochenende hinzu: Der Wahlkampf hat begonnen - und damit auch die Zeit des Plakat-Vandalismus. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Spätestens ab Montag lächeln sie uns wieder von allen Seiten zu und verheißen bessere Zeiten: die Spitzenpolitiker der Parteien in Stadt und Land. Wahlplakate an allen großen Kreuzungen sind das untrügliche Zeichen dafür, dass die heiße Phase des Wahlkampfs beginnt.

SPD und FDP sind bereits großflächig im Stadtbild vertreten, an diesem Wochenende wollen CDU und Grüne hinzukommen. Vier Wochen bleiben ihnen, um auf sich aufmerksam zu machen. Manchen Zeitgenossen scheint dies jetzt schon zu viel zu sein.

Diese Erfahrung musste bereits die FDP machen. Kaum hatte sie ihre ersten Plakatwände aufgestellt, warfen Unbekannte sie wieder um - so geschehen an der Schanz und in Vaalserquartier. Besonders übel traf es eine Werbetafel am Pontwall, die von Vandalen in der Nacht zum Donnerstag kurz und klein geschlagen wurde.

Ob die Attacke politische Gründe hatte oder im Suff geschah, weiß noch niemand. Die FDP hat Anzeige erstattet und hofft nun auf Hinweise aus der Bevölkerung. „Das kann nicht leise abgegangen sein”, sagt Landtagskandidat Wulf Pabst.

Rund 700 Euro kosten die sogenannten Wesselmänner - benannt nach einer Werbeagentur -, die nur zu Wahlkampfzeiten aufgestellt werden und von den Parteien zu einem Preis von rund 290 Euro pro Stellwand angemietet werden. Der materielle Schaden hält sich für die FDP in Grenzen, denn ihre insgesamt rund 20 Plakatwände im Stadtgebiet sind versichert und werden kurzfristig erneuert.

Und dass ausgerechnet eine solche Zerstörungswut der FDP politisch schaden könnte, glauben weder Pabst noch seine Konkurrenten. „Die Aachener schütteln eher den Kopf und sind über den Vandalismus empört”, meint Pabst.

Keine große Materialschlacht

„Ganz bescheuert”, findet SPD-Geschäftsführer Theo Niewerth derlei Beschädigungen. „Völlig Banane”, urteilt der CDU-Kollege Harro Mies. Beide Parteien werben in Aachen diesmal auf rund 45 Großplakaten um Wählerstimmen - deutlich weniger als bei Wahlen im üblichen Turnus.

„Alle haben Probleme, auf die Schnelle in den Wahlkampf zu gehen”, sagt Grünen-Geschäftsführer Jochen Luczak, dessen Partei zehn Großflächen für Aachen geordert hat und ansonsten mehr auf Dreieckständer im Format DinA0 setzt. Die Ära der ganz großen Materialschlachten sei wohl vorbei, und diesmal sei weder das Geld noch die Zeit da, ganze Straßenzüge und Alleen mit Wahlplakaten zuzuhängen.

Mit Beschädigungen müssen erfahrungsgemäß alle Parteien leben. Zertrümmerungen wie sie jetzt die FDP hinnehmen musste, sind aber die Ausnahme. Meist werden den Kandidaten Zahnlücken, Brillen oder Bärte aufgemalt, hin und wieder werden auch Sprüche hinzugesetzt. „Die Reaktionen sind von Wahlkampf zu Wahlkampf unterschiedlich”, sagt Mies. „Viel hängt von den Motiven ab”, hat Niewerth beobachtet. Vor Jahren wurden vier junge Leute aus dem rechten Umfeld ermittelt, die Wahlplakate aller Parteien mit dem Aufkleber „Verräter” beklebt hatten. Solche Fahndungserfolge sind aber die Ausnahme.

Ohnehin aber hätten die Parteien kein großes Interesse an Strafverfolgung. „Wir wollen präsent sein und aufmerksam machen”, sagt Luczak. Dass dabei auch Teile kaputt gehen und verschwinden, sei nicht schön, aber kaum zu verhindern.
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