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Erste Annäherungen bei Bombardier

Von: Heiner Hautermans
Letzte Aktualisierung:
Bombardier
Arbeitnehmervertreter und neue Chefs haben sich am Freitag in ersten Gesprächen angenähert.

Aachen. „Das sind zarte Pflänzchen und mehr, als wir vorgestern erwartet haben“, zieht Bombardier-Betriebsratsvorsitzender Josef Kreutz am Freitag ein erstes Fazit. „Die neue Firma ist auf jeden Fall daran interessiert, auf uns zuzugehen.“ Die Tarifverträge der IG Metall und die Mitgliedschaft im Arbeitgeberverband seien für ihn Eckpunkte, von denen er nicht abweichen wolle, dem stehen man in den Gesprächen aber sehr offen gegenüber.

Kreutz sprach von ersten Annäherungsversuchen: „Es sind ein paar interessante Dinge auf uns zugekommen.“ Dirk Reuters, Noch-Betriebsleiter des von der Schließung bedrohten Werks Aachen und designierter Chef der neuen Talbot Services GmbH, äußerte sich ähnlich. Er erläuterte am Freitag den Arbeitnehmervertretern den Businessplan für das neue Unternehmen, das mit der Instandhaltung und Reparatur von Schienenfahrzeugen beginnen soll, später aber auch andere Geschäftsfelder wie die Produktion des Streetscooter aufnehmen könnte. Darin sollen, wie berichtet, 160 der jetzt 600 Beschäftigten weiterarbeiten, für 240 weitere gäbe es Abfindungen, 200 Leiharbeitnehmer gehen leer aus.

Reuters sprach am Freitag davon, dass mit einer veränderten Kostenstruktur keineswegs Dumpinglöhne gemeint seien: „Das ist nicht der Plan, aus den IG Metall-Tarifen auszusteigen.“ Diese böten genügend Spielräume. Auf der anderen Seite könne man auch eine Erfolgsbeteiligung vereinbaren. „Wir haben vernünftige Gespräche geführt und versucht, das Konzept zu erläutern. Ich hoffe, dass wir erste Bedenken beim Betriebsrat und der IG Metall beseitigen konnten. Wir bleiben in der Mitbestimmung.“ Er sei von dem Konzept überzeugt, gebe seine 28 Jahre Bombardier ohne Abfindung auf und investiere – ebenso wie der jetzige Finanzchef und künftige Mitgeschäftsführer Jörg Kaever – von seinem Sparbuch Geld in die neue Gesellschaft.

Ausbaufähig

Franz-Peter Beckers, 1. Bevollmächtigter der IG Metall, hob hervor, dass das Geschäftsmodell auch Punkte enthalte, die am Runden Tisch im Rathaus angesprochen wurden: „Diese Elemente halten wir durchaus für ausbaufähig.“ Weiter gefasst werden müssen seiner Meinung nach die Garantien von Bombardier, falls das Modell doch nicht funktionieren würde. Zwölf Monate, nach denen noch Abfindungen gezahlt würden, seien zu wenig. Im Übrigen böten die Tarifverträge in der metallverarbeitenden Industrie genügend Flexibilität: „Da kann ich sofort etwas anbieten.“ Am Montag werde man darüber reden.

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